Kreisklinik-Neubau in Hofgeismar: Entscheidung bis Sommer

Viel Geld investiert: Das Evangelische Krankenhaus Gesundbrunnen steht am Krähenberg. Dort sollte eigentlich auch die neue Kreisklinik gebaut werden. Doch nun drängt die Gesundheit Nordhessen Holding auf einen anderen Standort. Foto: Gehlen

Hofgeismar. Die Uhr für einen Neubau der Kreisklinik tickt: Denn mit der Zusage des Landes, 15 Millionen zu dem 37 Millionen-Euro-Projekt beizusteuern, gibt es Zeitdruck.

„Bis Ende Juni müssen wir die Förderung für einen Neubau der Kreisklinik Hofgeismar beim Land Hessen beantragen, dafür laufen die Vorbereitungen“, sagt Karsten Honsel, Vorstandvorsitzender der Gesundheit Nordhessen (GNH).

Momentan sei man dabei, das 2011 beim Land Hessen vorgelegte Raum- und Funktionsprogramm zu prüfen und zu aktualisieren - beispielsweise hinsichtlich der Zahl der benötigten OP-Kapazität.

Auch die Geldfrage ist noch lange nicht geklärt trotz der Landeszuschüsse: „Abzüglich der vom Land avisierten Fördermittel in Höhe von 15 Millionen Euro bleiben 22 Millionen Euro, die noch aufzubringen sind“, erklärt Honsel. Das könne der Kasseler Klinikkonzern nicht allein: „Die Kreiskliniken machen keinen Gewinn, das heißt, wir brauchen Unterstützung bei der Finanzierung.“

Doch direkte Zuschüsse lehnt der Landkreis Kassel bisher ab: Landrat Schmidt hatte bereits betont, dass er sich nur eine Bürgschaft vorstellen kann. Daran hält der Kreis offenbar fest: Eine Bürgschaft sei das, „was wir mit hoher Wahrscheinlichkeit sehen“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Auch die Standortfrage muss noch gelöst werden: Dabei dürfte das Evangelische Krankenhaus wenig Ambitionen haben, auf den GNH-Vorschlag eines gemeinsamen Neubaus einzugehen: Denn der Träger, die Altenhilfe Gesundbrunnen, hat in das bestehende Gebäude viel investiert. Es ist auch allein funktions- und überlebensfähig. Und selbst wenn man sich darauf einigt, hätte Hofgeismar am Ende zwei leere Klinikgebäude - eines an der Liebenauer Straße und eines am Krähenberg.

Offen ist, wie sehr die Einstufung als Ausgleichfläche für den Flughafen einem Neubau auf dem Krähenberg entgegensteht. Der Besitzer, die Hessische Landgesellschaft, hat sich dazu bisher nicht geäußert.

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