"Hände weg vom Reinhardswald"

AfD stellt im Kreistag Antrag gegen Windkraft im Reinhardswald 

Gottsbüren, eingebettet im Reinhardswald. Dahinter erstreckt sich der ca. 400 Meter hohe Zug des Langenberges, ein geplanter Windenergie-Standort. Politiker von SPD, FWG, FDP und AfD wollen den Wald freihalten von Windrädern. 
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Gottsbüren, eingebettet im Reinhardswald. Dahinter erstreckt sich der ca. 400 Meter hohe Zug des Langenberges, ein geplanter Windenergie-Standort. Politiker von SPD, FWG, FDP und AfD wollen den Wald freihalten von Windrädern. 

Die Windparkplanung im Reinhardswald war eines der großen Themen des zurückliegenden Landtags-Wahlkampfes. Nun wird die Diskussion in der Kreistagssitzung des Landkreises Kassel fortgesetzt. 

Wenn heute der Tagesordnungspunkt 21 aufgerufen wird, dann dürfte es spannend im Kaufunger Bürgerhaus werden. „Hände weg vom Reinhardswald“ ist der Antrag der AfD-Fraktion überschrieben, mit dem die hessische Landesregierung aufgefordert werden soll, den Reinhardswald „zum Schutzgebiet zu erklären, in welchem keine baulichen Maßnahmen zur Energiegewinnung erlaubt sind.“ 

Sämtliche Aktivitäten sollen sofort eingestellt und Genehmigungen zurückgezogen werden. Im Reinhardswald sollten keine Windkraftanlagen zugelassen werden, heißt es in dem Antrag weiter.

Forderung im Wahlkampf

Eine solche Forderung wurde auch im Landtagswahlkampf aufgestellt. Dezidiert vertreten wurde sie vom Wahlsieger und neuen Landtagsabgeordneten Oliver Ulloth (SPD) sowie den Kandidaten Malte Fehling (FWG), Ingo von Germeten-Neutze (FDP) und Florian Kohlweg (AfD). Der unterlegene CDU-Kandidat Alexander Lorch hatte sich um eine klare Aussage gedrückt. Juri Stölzner (Grüne) sagte, dass auf weniger wertvollen Flächen im Wald Windkraftanlagen möglich sein sollten.

Das Ziel, den Reinhardswald frei von den gigantischen Windkraftanlagen der neuen Generation zu halten, verfolgen offenbar auch die Freien Wähler und die FDP weiterhin. Beide Fraktionen stellen Änderungsanträge zum AfD-Antrag. So tritt die FWG dafür ein, dass die Landesregierung Gespräche mit Hessen Forst und der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) führt mit dem Ziel, den Gestattungsvertrag zwischen Hessen Forst und der EGR über die Errichtung von 20 Anlagen auf dem Langenberg und Farrenplatz vorläufig ruhen zu lassen. Zudem solle die EGR bewegt werden, ihre Projektierung aufzugeben.

Die FDP beantragt, dass der Kreistag „unter den vorhandenen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Energieverteilung und -speicherung einen weiteren Ausbau der Windenergie, insbesondere in Waldgebieten“ ablehnt. Der Eingriff in die Ökologie lasse sich nicht mit ökologischen Vorteilen der Windkraft rechtfertigen, begründet die FDP ihren Antrag.

Die Grünen beantragen, dass das Land aufgefordert wird, bei Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen die Großräumigkeit des Naturraumes Reinhardswald und mögliche Barrierewirkungen für die Fauna zu berücksichtigen.

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