Wunsch nach Klinik-Konzept

Kreistag fasst einstimmigen Beschluss zur Krankenhauszukunft

Als Ersatz für die alte Hofgeismar Kreisklinik soll es einen Neubau geben. Dafür wünscht sich der Kreis einen geeigneten Partner.
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Als Ersatz für die alte Hofgeismar Kreisklinik soll es einen Neubau geben. Dafür wünscht sich der Kreis einen geeigneten Partner.

Die Menschen wollen sich auf eine medizinische Versorgung auf dem Land verlassen, ein Klinikneubau des Kreises in Hofgeismar soll dies sichern - mit geeigneten Partnern.

Kreis Kassel – Nachdem die geplante Fusion des Landkreises mit seinen Kliniken Hofgeismar und Wolfhagen, der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen Hofgeismar und der Agaplesion gAG geplatzt ist, müssen die Beteiligten nun weiter nach vorn schauen (HNA berichtete).

Der Wunsch nach einem konkreten Fahrplan scheint groß zu sein. So hat der Kreistag im Dezember einstimmig entschieden, dass vor der Sommerpause 2022 ein tragfähiges Konzept vorzulegen sei, wie beide Kliniken mit geeignetem Partner betrieben werden sollen.

Der Grund des Antrages, den die CDU vorgebracht hatte: Vor allem vor dem Hintergrund der schwierigen Akquise von Personal im Gesundheitssektor sei dies wichtig. Laut Beschlussvorlage geht es um eine Beschäftigungsperspektive und möglichst große Sicherheit für die Mitarbeiter.

Suche nach geeigneten Partnern

Insbesondere nach dem geplatzten Deal mit Agaplesion bedürfe es eines konkreten Planes für das weitere Vorgehen. Und an diesem Plan müsse der Kreistag, der den Beschluss für den Neubau seinerzeit gefasst hatte, beteiligt werden.

„Der Landkreis wird den Neubau auf Dauer nicht eigenständig betreiben können“, mahnt Anna-Lena Habel (CDU). Zwar sei ihr bewusst, dass es bereits ein Konzept gebe. Dieses liege aber nicht im Kreistag, sondern im Eigenbetrieb.

„Wir brauchen Informationen und einen geeigneten Partner“, sagt Habel. Man habe sich bewusst dazu entschieden, die gesundheitliche Versorgung im Kreis zu sichern. „Das allein zu stemmen, wäre allerdings vermessen.“

Viel Zeit und Geld: Mammutaufgabe sei allein nicht lösbar

Stefan Denn von der SPD bestätigt: „Wir brauchen einen neuen Partner, um nach der Absage etwas Tragfähiges zu entwickeln.“ Bis Mitte des Jahres soll eine Lösung her. Dass das Vorhaben teuer würde, sei kein Geheimnis.

Misstrauen wegen eines fehlenden Konzeptes hätte Monika Woizeschke-Brück von den Grünen keine Sekunde lang verspürt. „Im Grunde ist der Antrag obsolet – es ist doch klar, dass ein Konzept vorgelegt wird. Und dass das Zeit braucht, ist auch klar.“

Dass die Mammutaufgabe nicht einfach zu bewältigen sei, sei auch Björn Sänger von der FDP bewusst. „Wir gehen ein Wagnis ein.“ Dies allein anzugehen, sei keine gute Lösung. „Da verheben wir uns“, betont Sänger. (Daria Neu)

Standort-Frage

Als Option für einen Standort der neuen Klinik wird das Areal Krähenberg genannt, wo bereits das Evangelische Krankenhaus Gesundbrunnen steht – ein möglicher künftiger Kooperationspartner für die Kreisklinik. Der Standort gilt als Favorit, nachdem er zwischenzeitlich schon aus dem Rennen schien.

Eine andere Option ist ein Grundstück am Gewerbegebiet am Jahnsportplatz, das schon einmal so gut wie sicher als Baugrund galt. Dies allerdings zu Zeiten, als die Gesundheit Nordhessen (GNH) noch Betreiber der Kliniken Hofgeismar und Wolfhagen war, die zum 1. August 2020 – im Zuge des Austritts des Landkreises aus der GNH – vom Kreis übernommen wurden.

Dieses Grundstück am Stadtrand zwischen Bäckerei Amthor und Aral-Tankstelle hat sich der Landkreis per Erbbauvertrag gesichert.

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