Zunehmend auf eigenen Wohnraum angewiesen

Beschluss des Kreistags: Keine Container für Flüchtlinge

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Containerlösung in Thüringen: Der Kreistag lehnt so etwas im Landkreis Kassel ab – auch wenn es schwer ist, für die steigende Zahl der Flüchtlinge Unterkünfte zu finden.

Hofgeismar/Wahlsburg. Der Landkreis Kassel sucht weitere Unterkünfte für die Flüchtlinge, deren Zahl stark wächst. In Notunterkünften wie Turnhallen und Containern sollen die Asylbewerber aber nicht untergebracht werden.

Das hat der Kreistag nun bekräftigt und sich hinter die Politik des Landkreises in Sachen Flüchtlinge gestellt.

Bei der Finanzierungsfrage zeigte man sich dagegen etwas hilflos: Zwar wird die fehlende Finanzausstattung - pro Flüchtling und Monat zahlt der Landkreis 230 Euro drauf - kritisiert, doch mehr als eine Aufforderung an Bund und Land ist der Beschluss nicht, der einstimmig gefasst wurde.

Mit der bisherigen Politik des Landkreises zeigte sich der Kreistag zufrieden. „Die Kreisverwaltung hat bisher alles gut und richtig gemacht“, sagte Bärbel Mlasowsky (Freie Wähler).

Lob gab es auch für die Unterstützer, die sich ehrenamtlich vor Ort um die Flüchtlinge kümmern, beispielsweise Deutsch unterrichten oder im Alltag helfen. „Die Kosten wären um ein Vielfaches höher, wenn dieses Engagement auch bezahlt werden müsste“, sagte Timon Gremmels (SPD).

2015 wird der Kreis wegen der Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber auf 3,6 Millionen Euro Minus sitzen bleiben - dass die Summe nicht größer ausfällt, ist also auch Verdienst der Helfer vor Ort, die unentgeldlich Betreuungsarbeit leisten.

Doch eine wirklich Lösung für das Dilemma haben die Kreispolitiker nicht. Zwar gab es markige Forderungen, dass der Landkreis mehr Geld brauche und er bekommen solle, „was ihm zusteht“. „Doch wir können nur eine Resolution“ verabschieden“, sagte Frank Williges (CDU).

Keine Mehrheit fand dagegen ein Antrag der Linken, vorhandenen Wohnraum im Besitz des Landkreises für die Asylbewerber zu sichern. Das bezog sich konkret auf Hausmeisterwohnungen an Schulen, die verkauft werden oder in den nächsten Jahren verkauft werden könnten - darunter in Wahlsburg und Fuldabrück.

Denn angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen werde der Kreis zunehmend auf eigenen Wohnraum angewiesen sein, sagte

Doch ob eine Wohnung für Flüchtlinge geeignet sei, prüfe der Kreis schon in jedem Einzelfall, sagte die stellvertretende Landrätin Susanne Selbert: „Wir veräußern keinen Wohnraum, den wir mit Asylbewerbern belegen können. Auch im aktuellen Fall, einem Hausmeisterwohnhaus an der Braunsbergschule in Breuna, sei das geprüft worden. (gör)

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