Entlassungswelle möglich

Arbeitsmarkt im Corona-Krisenmodus: 4,8 Prozent Arbeitslose im Kreisteil

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Der regionale Arbeitsmarkt kämpft gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie und befindet sich nach wie vor im Krisenmodus.

Im Geschäftsstellenbezirk Hofgeismar stieg die Quote gegenüber dem Vorjahresmai von 3,8 auf 4,8 Prozent. Es gab 1426 Arbeitslose und 2392 Arbeitsuchende.

Mit 4,8 Prozent lag die Quote so hoch wie im April und deutlich unter der Quote des Bezirks Kassel und des Landes Hessen. Nach der gestern vorgestellten Statistik für den Bereich Stadt und Kreis Kassel sowie Werra-Meißner-Kreis gab es im Mai ein Viertel mehr Arbeitslose als vor einem Jahr, die Arbeitslosenquote stieg von 5,2 auf 6,4 Prozent. „Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist angesichts der sehr schwierigen Lage mäßig, könnte aber die Ruhe vor dem Sturm sein“, blickt Michael Schubert, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Kassel, nach vorn, denn: „Noch verhindert wahrscheinlich die intensive Nutzung des Kurzarbeitergeldes eine wirklich große Entlassungswelle.“

Michael Schubert, Agentur für Arbeit Kassel

Dennoch seien die Spuren deutlich, betont der Arbeitsmarktexperte: „Der Komplettausfall der üblichen Frühjahrsbelebung spiegelt sich in dem eklatanten Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr wider – vornehmlich im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosengeld) mit einem enormen Zuwachs um 47,1 Prozent. Die Zahl offener Stellen ist mit 2729 trotz einiger Neumeldungen um knapp 35 Prozent geringer als im Mai 2019.“

Viele Arbeitslosmeldungen habe es im Mai im Handel, im Gastgewerbe, bei der Instandhaltung und Reparatur von Kfz sowie bei Zeitarbeitsfirmen gegeben. Der Zuwachs an Leistungsempfängern liege aber, so Schubert, auch daran, dass weniger in Erwerbstätigkeit oder in Maßnahmen hätte vermittelt werden können. „Die wirtschaftliche Unsicherheit lähmt die Bereitschaft, Mitarbeiter neu einzustellen. Arbeitslose und Berufseinsteiger sind davon besonders betroffen“, erläutert Schubert und warnt davor, in der Ausbildung künftiger Fachkräfte nachzulassen. Im Mai wurden weitere 1080 Menschen im Agenturbezirk arbeitslos. Die Statistik meldet 18 631 Personen ohne Arbeit, 6,2 Prozent mehr als im April.

Corona in Kassel*: Die Krise hat auch hier deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen steigt rasant. 

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