Kunden können Ablageort vereinbaren

Auf den Abstand kommt es an: Auch Paketzusteller gehen auf Distanz

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Schichtsystem: Zusteller wie Torsten Ohrbach arbeiten mit ihren Kolleginnen und Kollegen wegen der Coronakrise in verschiedenen Gruppen zusammen, der unterschiedliche Dienstbeginn trennt die Mitarbeiter im Verteilzentrum im Hofgeismarer Industriegebiet .

Die Auswirkungen des Coronavirus sind in fast allen Bereichen des Lebens zu spüren. Auch der Postverkehr ist davon betroffen. Ein Blick ins örtliche Verteilzentrum.

Normalerweise düst Postbote Sebastian Aßhauer um die Mittagszeit mit seinem Elektro-Caddy durch die Magazinstraße in Hofgeismar, um Briefe und Pakete zuzustellen. Das ist nun anders, denn die Deutsche Post hat angesichts der Coronakrise auf Schichtdienst umgestellt. Deshalb kommen die Zustellungen nun teilweise einige Stunden später ins Haus.

Damit die 20 Mitarbeiter des örtlichen Verteilzentrums vor einer gegenseitigen Infizierung möglichst geschützt sind, fängt die eine Hälfte morgens um 8 Uhr an und die andere drei Stunden später. Somit träfen weniger Kollegen beim Sortieren und Beladen aufeinander, sagt Dominik Strümper, der als Leiter des Warburger Zustellstützpunktes auch für Hofgeismar, Liebenau und Grebenstein zuständig ist. Ein weiterer Vorteil dieses Wellenverfahrens sei, dass bei einem Ansteckungsfall nicht gleich alle Mitarbeiter ausfallen würden.

Zusteller sind mit Desinfektionstüchern ausgestattet

Standardmäßig hat die Post ihre Briefträger mit Desinfektionstüchern ausgestattet. Wer möchte, kann auch Mundmasken und Handschuhe bekommen. „Unsere Mitarbeiter wissen, dass die Scanner nach jedem Kontakt desinfiziert werden sollen und auf Abstand geachtet werden muss“, erklärt Post-Pressesprecher Thomas Kutsch auf Anfrage unserer Zeitung. In Gebieten, wo das Coronavirus vermehrt vorkomme, würden sie auf die Empfangsbestätigung per Unterschrift gänzlich verzichten.

Im Einsatz: Sebastian Aßhauer ist einer von 20 Zustellern, die die Haushalte in Hofgeismar, Grebenstein und Liebenau vom Verteilzentrum Hofgeismar aus mit Briefen und Pakten versorgen.

Für all jene, die derzeit Bedenken bei der Paketzustellung haben, empfiehlt Postsprecher Kutsch folgendes: Mit DHL könne man einen Ablageort vereinbaren – das könne ein Gartenhaus, eine Terrasse oder Garage sein, wo dann die Postsendung hingebracht würde. Kunden, die unter häuslicher Quarantäne stünden, würden sowieso gebeten, diesen Weg bei Bestellungen zu wählen.

Kleine Geschenke für die Boten

Obwohl man meinen könnte, dass wegen der geschlossenen Läden nun wesentlich mehr bestellt würde, können die Postler das nicht bestätigen. Rund 70 Pakete habe jeder ihrer Postboten bislang generell pro Tag ausgeliefert – und das sei ungefähr so geblieben, berichtet Stützpunktleiter Strümper. Und auch bei den Briefen habe sich nicht viel verändert: Jeder trage noch immer zwischen 800 und 900 Zusendungen pro Schicht aus.

Während der Osterzeit haben die Boten übrigens von ihren Kunden wie auch zu Weihnachten kleinere Geschenke bekommen: „Und zwar war das bisher immer etwas zum Händewaschen – Seife in verschiedenster Form“, berichtet Zusteller Torsten Ohrbach. Einige hätten auch kleine Stationen mit Wasser und Seife an der Haustüre für die Postboten eingerichtet.

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