Über 30.000 Menschen im Kirchenkreis Hofgeismar wahlberechtigt

Kreisteil Hofgeismar: Kirchenvorstandswahl steht vor der Tür

Kurz vor der Kirchenvorstandswahl am kommenden Sonntag hat sich die Kandiadatensituation im Kirchenkreis Hofgeismar noch etwas gebessert. Nachdem es Ende Juni noch in fünf Gemeinden nicht ausreichend Bewerber gegeben hatte, wird nach derzeitigem Stand nur in Stammen und Ersen nicht abgestimmt.

In persönlichen Gesprächen habe man noch Gemeindemitglieder von einer Kandidatur überzeugen können, berichtet Pfarrer Sven Wollert, im Dekanat zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. So kann im Trendelburger Ortsteil Langenthal nun doch am Sonntag gewählt werden. In Trendelburg selbst und in Deisel wird die Abstimmung im kommenden Frühjahr nachgezogen. An 31 578 Menschen im Kirchenkreis haben man Wahlbenachrichtigungen verschickt, so Wollert. Abstimmen darf jedes evangelische Gemeindemitglied ab 14 Jahren. Am Montag schloss die vorab angebotene Onlinewahl. Dort hatten bis Wochenbeginn landeskirchenweit knapp 70 000 Menschen ihre Stimme abgegeben.

349 Kandidaten stehen zur Wahl

Insgesamt stehen 349 Kandidaten zur Wahl zwischen 18 Jahren (in Oedelsheim) und 76 Jahren (in Grebenstein. Lediglich sieben Kandidaten sind älter als 70 Jahre. Diese Obergrenze für eine Kandidatur war aufgeweicht worden, weil es immer schwerer geworden war, ausreichend Menschen zu finden, die sich für das Amt zur Verfügung stellen wollten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Mitglieder eines Kirchenvorstandes nicht nahe Verwandte sein dürfen.

Damit die Gemeindemitglieder eine Wahlmöglichkeit haben, sieht die Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck vor, dass es mehr Kandidaten als Mitglieder in dem Gremium geben sollte. Je nach Gemeindegröße und Aufgabe besteht ein

Kirchenvorstand aus vier bis 15 Mitgliedern. 29 Gemeinden haben sich für die Mindestgröße von vier Mitgliedern entschieden. Eine Briefwahl ist noch bis Sonntag, 12 Uhr, stellbar. Bis Samstag stehen die Unterlagen in den Pfarrämtern zur Verfügung, am Sonntag dann bei den Wahlvorständen in den jeweiligen Wahllokalen. 

Fragen und Antworten zur Kirchenvorstandswahl

Was ist überhaupt ein Kirchenvorstand? 

Das oberste Leitungsgremium der Gemeinde. Die Kirchenvorsteher entscheiden gemeinsam mit den Pfarrern über die konkrete Ausgestaltung und Entwicklung der Gemeindearbeit vor Ort. Der Kirchenvorstand verwaltet Finanzen und Gebäude der Gemeinde und ist mitverantwortlich für Personalfragen, für Konfirmandenarbeit und Gemeindeangebote. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. 

Wie setzt sich der Kirchenvorstand zusammen? 

Der Kirchenvorstand hat – je nach Größe der Gemeinde– zwischen vier und 18 zu wählende Mitglieder. Hinzukommen bis zu drei berufene Mitglieder sowie die Pfarrer der Gemeinde. Die Größe des Gremiums kann der Kirchenvorstand im Vorfeld der Wahl selbst bestimmen. Wer darf wählen? Alle Mitglieder der Evangelischen Kirche ab 14 Jahren. Im Kirchenkreis Hofgeismar gibt es am Wahlsonntag 31 578 Wahlberechtigte. So viele Benachrichtigungen seien verschickt worden, sagt Pfarrer Sven Wollert, der sich beim Dekanat um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. 

Wer darf kandidieren? 

Jedes Gemeindemitglied ab 18 Jahren. Bei der bevorstehenden Wahl gibt es erstmals keine Altersbeschränkung nach oben. Die bisherige Altersobergrenze von 70 Jahren war 2014 von der Landessynode gekippt worden. Insgesamt treten in den 44 Gemeinden im Kirchenkreis Hofgeismar 349 Kandidatinnen und Kandidaten an. Davon sind sieben älter als 70 Jahre. Der Fall der Altersgrenze führt also nicht zu einer Vergreisung der Gremien. 

Wie hoch war zuletzt die Wahlbeteiligung? 

Bei der vergangenen Kirchenvorstandswahl 2013 lag sie im Kirchenkreis bei 31,2 Prozent. Die Stadtkirchengemeinde Kassel gehörte mit 13 Prozent damals zu den Schlusslichtern. Landeskirchenweit betrug die Quote 26 Prozent. 

Wie wird die Möglichkeit der Online-Wahl angenommen? 

Bei der vergangenen Kirchenvorstandswahl im Jahr 2013 gab es erstmals die Möglichkeit, online zu wählen. Etwa zehn Prozent aller Wahlberechtigten der gesamten Landeskirche Kurhessen-Waldeck nutzten die Stimmabgabe im Internet. Bereits nach 24 Stunden waren damals schon 3000 Stimmen online abgegeben worden. Insgesamt gaben 72 000 Wahlberechtigte ihre Stimme digital ab. Diesen Wert bestätigt Sven Wollert auch für die aktuelle Wahl. Im Vergleich zu 2007 war die Beteiligung 2013 höher. Das lässt darauf schließen, dass mit der Online-Wahl neue Wählerschichten mobilisiert werden. Angesichts der weiter gewachsenen Bedeutung des Internets dürfte der Anteil der Online-Wähler weiter steigen.

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