Freiwillig Maske beim Abi

Schriftliches Abitur und Corona-Tests bestimmten die Schulwoche

Bunte Plakate sind während der Abizeit überall auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar zu finden. Sie sollen die Prüflinge motivieren.
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Bunte Plakate sind während der Abizeit überall auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar zu finden. Sie sollen die Prüflinge motivieren.

Besondere Bedingungen in einer besonderen Zeit: So könnte man die Situation der Schüler bezeichnen, die seit Mittwoch ihre Abiturprüfungen schreiben.

Kreisteil Hofgeismar - Laut des Hessischen Kultusministers Alexander Lorz (CDU) werden an 269 Schulen im Bundesland die Prüfungen von 23.500 Abiturienten abgelegt. In Hofgeismar an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) sind es laut Leiter Hagen Riedemann 60 Schüler, die noch bis einschließlich 5. Mai die gestellten Aufgaben lösen müssen.

Anders als Riedemann erwartet hatte, lief es mit den Corona-Tests der Abiturienten innerhalb der ersten drei Prüfungstage sehr gut. „Ich schätze, dass sich rund 80 bis 90 Prozent um 8 Uhr auf unserem Schulgelände getestet haben. Der Rest hatte die Untersuchungsergebnisse von externen Bürgertests dabei“, sagt der Schulleiter. Manche seien sogar zweigleisig gefahren und hätten sich sowohl in der Schule getestet als auch einen Test außerhalb wahrgenommen.

Corona-Tests der Abiturienten bisher alle negativ

Nach Hause musste bisher keiner der Abiturienten geschickt werden. „Alle Tests sind negativ gewesen“, erklärt Riedemann auf Anfrage. Die Verordnung sehe vor, dass negativ getestete Schüler während der Prüfung keine Masken tragen müssen. „Ich habe trotzdem darum gebeten, dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen wird – einfach zur Sicherheit“, berichtet der ASS-Schulleiter. Einwände gegen die Bitte habe es noch nicht gegeben. Die schriftlichen Prüfungen finden in der Aula der Schule statt. Die ist laut Riedemann groß genug, dass dort problemlos 42 Abiturienten Platz haben und der Mindestabstand gewahrt werden kann.

Neben Corona-Tests und Abstand zwischen den Prüflingen gibt es in diesem Jahr eine weitere Besonderheit bei den Abschlussarbeiten. „Es gibt einen Prüfungsvorschlag mehr für jedes Fach. Die Lehrer treffen dann eine Vorauswahl, um den Kenntnisstand der Abiturienten stärker zu berücksichtigen“, erläutert Riedemann.

Was nicht neu und schon Tradition ist, ist die kreative Unterstützung von Familien und Freunden der Abiturienten. Zahlreiche Plakate mit Bildern und Sprüchen reihen sich an den Schulgebäuden aneinander. Diese sollen den Prüflingen Mut machen – in einer besonderen Zeit, unter besonderen Bedingungen.

Hoher Dokumentationsaufwand für Tests in Schulen

Derweil sind auch die Corona-Tests in den Gesamt- und Grundschulen gut angelaufen. Diese Schlussfolgerung legt die Situation an der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen nahe. Für deren Leiter Driton Mazrekaj haben sich die Erwartungen an den Schulstart nach Ostern bestätigt. „Bislang können wir die Schnelltests problemlos durchführen“, teilt er auf Anfrage mit. Es habe an seiner Schule noch keinen positiven Test gegeben.

Die Tests brächten aber einen hohen Dokumentationsaufwand mit sich. So müsse registriert werden, welche Schüler wann und wo getestet werden, da die Schüler in Kursen lernen. Die Bürgertests außerhalb der Schule erhöhten den Aufwand zusätzlich, da für jeden Schüler überprüft werden müsse, ob dessen Test noch gültig ist. Eigentlich seien wöchentlich zwei Tests je Schüler vorgesehen. Durch die längere Gültigkeit der Bürgertests (72 Stunden) kämen manche Schüler jedoch mit nur einem Test aus. „Da gibt es einen Widerspruch“, bemängelt Mazrekaj.

Der Schulleiter regt eine andere Testorganisation an. So könnten sich die Schüler zu Hause testen und ihr Ergebnis als QR-Code vorzeigen. Das würde weniger zeitlichen und organisatorischen Aufwand bedeuten.

Einverständniserklärungen fehlten: wenige Schüler mussten nach Hause

„Wir sind mit dem Start relativ zufrieden“, sagt auch Birgitt Semmler, Leiterin der Würfelturmschule in Hofgeismar. Am ersten Tag hätten manche Schüler die Einverständniserklärung ihrer Eltern für den Corona-Test vergessen. Jedoch hätten davon die meisten das Schreiben noch rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn besorgen können. Nur wenige Schüler seien nach Hause geschickt worden, weil sie nicht getestet werden konnten.

Bisher habe sie nichts Negatives von den Eltern gehört, sagt Semmler. Zwar würden sich manche Sorgen machen. Doch deren Kinder könnten zu Hause weiter lernen. Auch die Schüler in der Notbetreuung würden, ebenso wie das Personal, zweimal wöchentlich getestet. Semmler wünscht sich, dass sich die Eltern dem Testrhythmus der Schule anpassen. Sonst sei es sehr aufwendig, nachzuvollziehen, welche Schüler bereits einen externen Bürgertest gemacht haben. (Nela Müller und Paul Bröker)

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