Kritik an Greifvogelhaltung

Tierschützer zeigen Tierpark Sababurg an

Ein Weißkopfseeadler fliegt über die Köpfe von Zuschauern hinweg.
+
Flugschauen (hier ein Seeadler) zählen im Sommerhalbjahr zu den beliebtesten Angeboten des Tierparks Sababurg. Er kümmert sich auch um bedrohte Tierarten und Rückzüchtungen (etwa Pferde).

Die Tierrechtsorganisation Peta (Stuttgart) hat den Tierpark Sababurg und sieben weitere deutsche Tierparks bei der Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

Sababurg - Konkret geht es um die Anbindehaltung der Vögel in der Greifvogelstation. Der Landkreis betont, es gebe keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Tierpark. Peta hat Videos in den Tierparks gedreht und fordert das Ende der Anbindehaltung von Greifvögeln und Eulen, weil die Tiere angekettet gehalten würden, um sie dem Publikum zu präsentieren.

Peta wolle gegen eine solche „tierquälerische Praxis“ vorgehen und spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Vögeln in Gefangenschaft aus. Die Vögel müssten in der Anbindehaltung einen großen Teil ihres Lebens vor sich hin vegetieren, nur damit sie vorgeführt werden können, erklärte die Biologin Dr. Yvonne Würz, Petas Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. Dies ist laut Peta nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Die Tiere seien in Bodennähe angeleint und würden bei Flugversuchen vom kurzen Lederriemen an ihren Füßen zurückgerissen. Nur während Flugshows oder einem gewährten „Freiflug“ dürften die Tiere sich kurzzeitig artgemäß bewegen.

Kritisiert: Greifvogel-Haltung im Tierpark Sababurg.

Peta hat neben der hiesigen Anlage sieben weitere Tier- und Wildpark-Verantwortliche angezeigt: im Wild- und Freizeitpark Willingen und Wildtierpark Edersee, Kurpfalz-Park Wachenheim (Rheinland-Pfalz), Wildparadies Tripsdrill (Baden-Württemberg), Wildpark Schloss Tambach (Bayern), Wisentgehege Springe (Niedersachsen) und Wildpark Gangelt (Nordrhein-Westfalen).

Laut Tierschutzgesetz müsse ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. Gemäß der geltenden Richtlinien sei die Haltungsform zwar noch immer zulässig, wenn die Tiere jeden zweiten Tag kurz fliegen dürften, doch werde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Überarbeitung geplant.

Auf Anfrage sagte Landkreissprecher Harald Kühlborn, dass er zu den Peta-Vorwürfen aus rechtlicher Sicht nichts sagen könne, da hier die Staatsanwaltschaft am Zug sei. Von dort liege aber noch keine Mitteilung vor. Peta habe augenscheinlich in einer bundesweiten Aktion alle Tierparke mit Greifvogelschauen mit den gleichen Vorwürfen angegangen. Haltung und Vorführungen im Tierpark Sababurg würden regelmäßig vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz überprüft – ohne Beanstandungen. Man könne Greifvogelschauen positiv oder negativ sehen. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gebe es im Tierpark Sababurg nicht. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.