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Kritischer Wasserstand der Diemel: Kanuverleiher reagieren tagesaktuell – Angler fordern Gespräche mit Behörde

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Von: Daria Neu, Tanja Temme

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Die Messstelle in Haueda zeigte gestern zwischenzeitlich an, dass der Pegel unterhalb von 45 Zentimetern lag. Die örtlichen Angelsportvereine fordern Gespräche mit den Verantwortlichen des Regierungspräsidiums.
Die Messstelle in Haueda zeigte gestern zwischenzeitlich an, dass der Pegel unterhalb von 45 Zentimetern lag. Die örtlichen Angelsportvereine fordern Gespräche mit den Verantwortlichen des Regierungspräsidiums. © Tanja Temme

Der Wasserstand der Diemel schwankt seit einigen Tagen. Das zeigen die Daten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Kreisteil Hofgeismar – Zwischenzeitlich wurde der erforderliche Pegelstand von 45 Zentimetern an der Messstelle Haueda, die als aussagekräftig gilt, sowohl leicht über- als auch leicht unterschritten. Gestern Mittag zeigte die Messstelle in Haueda 44 Zentimeter an, was laut Allgemeinverfügung bedeutete, dass keine Fahrten auf der Diemel möglich sind und keine Genehmigungen ausgestellt werden können. Morgens lag der Pegel aber noch bei 47 Zentimeter, Befahren war ab da also noch möglich.

Sarah Lingnau von Kanu Schumacher in Trendelburg erklärte: „Wir haben uns Rat vom Regierungspräsidium eingeholt, wie wir mit den schwankenden Pegelständen umgehen sollen.“ Man habe sich darauf geeinigt, dass die Kanuverleiher morgens um 8 Uhr die aktuellen Daten der Messstelle Haueda abrufen und dann entscheiden, ob sie an diesem Tag den Fluss befahren oder nicht.

Auch Holger Pavlu vom Kanutour-Anbieter „Kombinatour“, der in Lamerden ansässig ist und ebenfalls das Kanufahren auf dem Fluss anbietet, äußert sich zur Situation. „Auf der Diemel erhalten die Gäste eine gründliche Einweisung – und das nicht nur in die Handhabung des Sportgerätes, sondern auch in die Befahrungsregeln und in das Verhalten auf dem naturbelassenen Fluss. So ist es seit 1997“, betont Pavlu.

Sein Team beobachte den Wasserstand regelmäßig und auch als der Pegel bei Haueda noch nicht unterschritten war, habe Kombinatour aus Naturschutzgründen bereits seit Wochen das Kanufahren auf der Diemel eingestellt und auf den Diemelsee umgestellt.

Bruno Sasse, Angelsportverein Lamerden
Bruno Sasse, Angelsportverein Lamerden © ASV lamerden

Angler kritisieren die Messstelle

Bruno Sasse vom Lamerder Angelsportverein kam gestern ebenfalls mit einigen Anglern an der Messstelle in Haueda zusammen. Er und seine Angler-Kollegen möchten „nun endlich Taten sehen“. Die Angelvereine wollen zeitnah ein Treffen mit Vertretern der Oberen Naturschutzbehörde und weiteren Verantwortlichen des Regierungspräsidiums in Haueda organisieren, um ihnen aufzuzeigen, warum der Pegel nach ihrer Meinung an der falschen Stelle stehe.

„Normalerweise wäre diesen Sommer schon lange kein Fahren auf der Diemel mehr erlaubt, denn diese Messstelle liefert fast immer gute Werte. Das Wasser wird durch eine Mauer gestaut“, sagt Jürgen Raabe von Angelsportverein Sielen. Dass der Pegel sogar nun dort unter den Grenzwert gefallen sei, zeige, wie dramatisch die Lage tatsächlich sei.

Nach Aussage der Diemelfischer hätten sie gleich am Morgen Kontakt zur Oberen Naturschutzbehörde aufgenommen, dort aber nicht viel bewirken können, wie sie erzählten. Trotz des wenigen Wassers in der Diemel seien noch immer Kanuten unterwegs. Deshalb möchte man nun einen sachlichen Austausch mit Fachleuten vor Ort vornehmen.

Erneut machten die Angler bei ihrer Zusammenkunft gestern am Wasser deutlich: „Wir wollen nicht den Kanutourismus verbieten, sondern lediglich, dass bei Wassernotstand weniger Boote fahren“, meint Raabe. Ein erster Schritt dafür wäre die Messstelle in Haueda zu ersetzen, um objektivere Daten zu erhalten – das finden jedenfalls die Angelvereine. Eine andere Möglichkeit sei es, die alte Messstelle des Regierungspräsidiums an der Diemelbrücke Lamerden zu berücksichtigen, wo der Pegel seit Tagen im roten Bereich liege.

Sarah Lingnau vom Kanu Schumacher jedoch betont, dass diese Messstelle längst nicht mehr ausschlaggebend bei der Bewertung für die Fahrten sei. Laut Allgemeinverfügung zählen die Messungen in Haueda.

Das Regierungspräsidium erklärte auf HNA-Anfrage, dass die Kanu-Verleiher am 15. August auf den niedrigen Pegel von damals 42 Zentimeter hingewiesen wurden. Laut Sprecher Handrik Kalvelage bedürfe es keines förmlichen Verbots, die Kanuverleiher sollten eigenverantwortlich den Pegel prüfen und reagieren. (Tanja Temme/Daria Neu)

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