Künstlerin webte sich im Hofgeismarer Rocholl-Park in Baum ein

Windkunst: Im Theodor-Rocholl-Park fand Raphaela Kula diese alte Weide. Am Samstagmorgen ging es um 10 Uhr auf den Baum, auf dem sich die Künstlerin nach und nach verwob. Foto: Temme

Hofgeismar. Auf einer Weide sitzt eine Frau, ausgestattet mit Hanfseilen und Zweigen: 15 Stunden verbrachte Raphaela Kula am Wochenende auf einem alten Baum im Theodor-Rocholl-Park in Hofgeismar, übte sich bei ihrer dortigen Performance im langsamen Verschwinden.

Zum Abschluss des Windkunstfestivals webte sich die Bielefelderin in einen Baum ein. Zuvor hatte sie dieses schon am Offenberg an einem alten Hochsitz getan und auch eine Nische im Carlsbahntunnel bei Trendelburg dafür genutzt. „Als ich die Umgebung hier kennengelernt habe, war klar, dass es eine Triologie werden muss“, so die 52-Jährige. Nicht nur die alte Weide faszinierte die Künstlerin beim dritten Teil ihrer Performance, auch ihr Standort sei besonders: „Eigentlich soll dieser Park ja ein ruhiger Ort sein, doch ich vermute, er ist durch das hohe Verkehrsaufkommen einer der lautesten in Hofgeismar.“

Nachdem Kula sich ein kleines Gerüst aus Haselnuss- und Weidenzweigen gebaut hatte, webte sie Stück für Stück die Sicht nach außen zu. „So grenze ich mich immer mehr ab, eigne mir aber auch einen neuen Raum an.“ Durch den Prozess verändere sich permanent der Blick nach außen, die Perspektiven änderten sich. Mit ihrer Kunst will Kula stets in Kommunikation mit anderen treten. So freute sie sich, wenn sie von dem ein oder anderen Passanten entdeckt wurde und sich ein Gespräch entwickeln konnte. „Meine Arbeit heißt ja ‘Vom Verschwinden‘ und hat so vielseitige Aspekte - beispielsweise zeigt sie wie wichtig es ist, sich auf Dinge einzulassen, im vermeintlich Negativen das Positive zu entdecken.“

Die Zweige und verwobenen Hanfseile bleiben übrigens in der Weide. Durch Wettereinflüsse werden die eingebrachten Naturelemente ebenfalls eine Geschichte „Vom Verschwinden“ erleben.

In Bielefeld ist Kulka keine Unbekannte. Verschiedene Installationen, Performances oder ihr Projekt, wo sie Geschichten und Gegenstände von Leuten sammelt, machten die Künstlerin bekannt in ihrer Region.

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