Aufatmen beim Bummeln und Stöbern

Kunden erobern sich nach Lockerungen die Läden im Kreisteil Hofgeismar zurück

Endlich wieder bummeln und stöbern: Im Spielwarengeschäft Meng in Hofgeismar suchten gestern Jasmin Göbel und ihre Tochter Emilia eine Kleinigkeit für gespartes Taschengeld. Die Auswahl war nicht einfach.
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Endlich wieder bummeln und stöbern: Im Spielwarengeschäft Meng in Hofgeismar suchten gestern Jasmin Göbel und ihre Tochter Emilia eine Kleinigkeit für gespartes Taschengeld. Die Auswahl war nicht einfach.

Erleichterung und Aufatmen: Das sind Begriffe, die das Gefühl in den Geschäften am besten wiedergeben, seitdem sie ohne Corona-Testnachweis und Anmeldung besucht werden können.

Grebenstein/Hofgeismar - Wie ergeht es den Geschäftsleuten, wie erleben Kunden die neue Situation? Wir haben uns dazi in Hofgeismar und Grebenstein umgehört.

Fußgängerzone

Die Hofgeismarer Fußgängerzone beispielsweise war gestern wieder deutlich beliebter und belebter. „Das Angebot wird angenommen“, sagte die Vorsitzende der Gemeinschaft für Handel und Gewerbe, Heike Claus, nach Rücksprache mit einigen Geschäftsleuten. Die waren nicht nur erleichtert über steigende Kundenfrequenz, sondern auch, dass im Einzelhandel jetzt keine Termin- und Datenerfassungspflicht mehr besteht.

Was die Kunden zuvor bremste, sei eine enorme Verunsicherung gewesen, weil sie nicht wussten, welche Vorschriften gerade gelten und welche Unterlagen nötig sind.

Guten Zulauf an Kunden habe es auch in einem Reisebüro gegeben, aber auch hier Verunsicherung bezüglich der Regelungen am Zielort der Reise, berichtet Claus. Sie verweist auch auf eine zunehmende Aufgeschlossenheit in der Bevölkerung.

Stoffladen

Aufatmen kann Martina Petersen vom Stoffladen Pünktchen und Stoff zwar noch nicht. Aber sie empfindet die Lockerungen als „einen ersten Schritt zurück zur Normalität“.

Vergangenes Jahr im September hatte die Grebensteinerin in Hofgeismar einen großen Laden eröffnet, der bisher nur zweieinhalb Monate geöffnet war. „Ich muss meine Kredite bedienen, die Miete zahlen und selbstverständlich meine Bestellungen begleichen“, berichtet sie. 30 000 Euro hätte sie beispielsweise nun für die Sommerkollektion zahlen müssen. Ein Betrag, den sie aus ihrem Privatvermögen stemmen musste.

Als „sehr ruhig“ beschreibt Petersen die Phase, als man nur mit Test und Anmeldung ihren Laden betreten durfte. „Das hat sich nun gebessert – zwar sind wir längst nicht auf dem alten Stand, aber es ist schon wesentlich belebter als zuvor.“

Um sich vor einer weiteren Schließung „etwas zu schützen“ hat sie nun einen Onlinehandel aufgebaut. Ihre Aushilfen musste sie in der Zeit, als das Geschäft geschlossen war, bis auf eine nach Hause schicken.

Sportartikel

Bessere Zeiten sieht auch Hannes Drube von Jörgs Sportladen in Grebenstein, weil die Kunden nun die offenen Türen gern annehmen. Ab Mittwoch werde wieder draußen Fußball gespielt und nun seien bei den Sportlern neue Schuhe gefragt und vor allem bei den Jugendmannschaften neue Kleidung, weil die nach der langen Pause aus ihren früheren Sachen herausgewachsen sind, berichtet der Unternehmer. Hannes Drube: „Es ist sehr erfreulich, dass die Türen wieder offen sind“.

Spielwaren

Gegenüber der Zeit, als nur per Telefonbestellung an der Tür verkauft wurde, hatte sich gestern im Spielwarengeschäft Meng in Hofgeismar die Zahl der Kunden fast verzehnfacht. „Sehr erleichtert“ sind die Inhaber Andreas und Barbara Meng, dass wieder mehr Freiheit beim Einkaufen herrscht: „Die Kunden freuen sich, dass sie einfach mal wieder durch den Laden gehen und schauen können.“ Die Kinder freuten sich am meisten, berichten die beiden, dass sie sich selbst wieder etwas anschauen und aussuchen durften. Ein Feriengast kam sogar aus der Gemeinde Wesertal, um mit seinen Töchtern einzukaufen, weil es in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen solche Läden gar nicht mehr gäbe. (Thomas Thiele und Tanja Temme)

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