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Kunst mit Philosophie am Straßenrand: Nik Barlo hängt Plakate mit Cyanotypie-Technik auf

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Von: Tanja Temme

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Besondere Grüße: Auch in Grebenstein hängen die Plakate von Nik Barlo. Insgesamt kann man 60 Stück der Arrangements in Cyanotypie-Technik im nordhessischen Raum vorfinden.
Besondere Grüße: Auch in Grebenstein hängen die Plakate von Nik Barlo. Insgesamt kann man 60 Stück der Arrangements in Cyanotypie-Technik im nordhessischen Raum vorfinden. © Tanja Temme

60 Kunst-Plakate von Nik Barlo werden nicht nur im Kreisteil Hofgeismar zu sehen sein, sondern im gesamten nördlichen Landkreis.

Grebenstein/Hofgeismar – Eine dicke Portion Philosophie dazu etwas Schönes aus der Natur und das Ganze präsentiert im öffentlichen Raum: Nik Barlo verfährt auch bei seinem neuesten Kunstprojekt nach bewährter Manier.

60 Plakate werden von kommender Woche an nicht nur im Kreisteil Hofgeismar zu sehen sein, sondern im gesamten nördlichen Landkreis. Unter der Überschrift „Greetings from a tiny blue planet“ (Grüße von einem winzigen blauen Planeten) präsentiert er Pflanzenteile in einer besonderen Technik.

Dass sein „Nordhessen Open“ wie der 71-Jährige seine Aktion überschrieben hat, parallel zur documenta in Kassel läuft, sei dem Zufall geschuldet. „So ein Projekt hat ein Jahr Vorlaufzeit, deshalb konnte ich es gar nicht genau terminieren“, sagt Barlo. Allerdings freue er sich, dass er auf diesem Weg den documenta-Machern quasi einen Gruß zukommen lassen könne.

Pflanzenteile und Blüten verarbeitet Barlo zu Kunstwerken.
Pflanzenteile und Blüten verarbeitet Barlo zu Kunstwerken. © Temme, Tanja

Um seine Kunst dorthin zu bringen, wo das Leben stattfindet, nämlich in den öffentlichen Raum, hat er Werbeträger gemietet. In den kommenden vier Wochen werden diese Barlos Plakate zieren. Dafür hat er die alte Cyanotypie-Technik verwendet, ein fotografisches Verfahren, was auch als Eisenblaudruck bekannt ist.

„Durch die Arbeiten von Anna Atkins bin ich darauf gekommen“, berichtet er. Kurz erklärt, werden dabei nach Art eines sogenannten „Photogramms“ auf einem mit Eisensalzen getränkten Papier Objekte angeordnet und langzeitbelichtet.

Bei dieser bis in die 1830er Jahre zurückreichenden Gestaltungsmethode durch partielle direkte Belichtung von lichtempfindlichen Materialien wie Film oder Fotopapier im Kontaktverfahren sei es „wichtig, dass das Licht einen hohen UV-Anteil hat, deshalb könne man bei den Strukturen auch von den Schatten des Sonnenlichtes sprechen.“

Mit UV-Licht arbeitet der Künstler an seinem Werk. Bei einer Cyanotypie werden dazu Objekte auf einem zuvor behandelten Papier angeordnet.
Mit UV-Licht arbeitet der Künstler an seinem Werk. Bei einer Cyanotypie werden dazu Objekte auf einem zuvor behandelten Papier angeordnet. © Temme, Tanja

Für seine Arbeiten hat er Pflanzenteile vom Wegesrand verwendet. Bewusst hat er die „zarte, poetische Ästhetik“ seiner Arrangements mit dem besonderen Gruß überschrieben. „Die habe ich mit Buchstabennudeln umgesetzt“, erzählt er und ergänzt, dass er mit diesem Kontrast wenigstens Verwunderung beim Betrachter hervorrufen möchte.

So könnte sich dieser etwa fragen: „Wer wird denn hier gegrüßt?“ Oder: „Wo sind wir überhaupt – was ist der Mensch?“. Dass die Symbiose von künstlerischen und philosophischen Inhalten sein Ding ist, bewies der Künstler schon mit seinen Bänken am Grebensteiner Burgberg, auf denen Zitate großer Denker verewigt wurden.

Gerne würde Barlo das Projekt fortführen, künftig die Aktion seines Global Arts Vereins fortführen. „Jetzt zum Start wurde der Verein von der Raiffeisenbank HessenNord und dem Landkreis Kassel finanziell unterstützt“, erzählt er.

Damit weiter Kunst in den öffentlichen Raum kommen kann, erscheint eine auf 25 Blatt limitierte, gestempelte und signierte Edition des Plakates zu einem Preis von 125 Euro. (Tanja Temme)

Kontakt: barlo@global-arts-museum.de; Telefon: 0 56 74/921 920

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