Agentur sieht Lage derzeit stabil – Verschlechterung droht im Herbst

Hofgeismar: Kurzarbeit federt schwierige Lage auf Jobmarkt ab

Ein Logo der Arbeitsagentur blauer Himmel mit weißen Wolken
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Die Arbeitsagentur hat am Donnerstag neue Zahlen veröffentlicht.

Nach dem ersten drastischen Anstieg durch Corona hat sich der Arbeitsmarkt in der Region etwas stabilisiert. Dieses Fazit zieht die Agentur für Arbeit in Kassel.

Hofgeismar - Hier die wichtigsten Eckpunkte dazu:

Raum Hofgeismar

Eine positive Nachricht hat der Arbeitsmarktbericht für den Agentur-Geschäftsstellenbezirk Hofgeismar dann doch zu bieten: Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um neun auf 178 gestiegen. Im Jahresvergleich relativiert sich das Bild, denn es sind 117 Arbeitsstellen weniger als im Juli 2019.

Zumindest fällt der Anstieg Arbeitslosenzahl aktuell relativ glimpflich aus. Mit 1482 sind es nun 22 mehr als im Juni. Der Jahresvergleich spricht auch hier eine andere Sprache: Es zeigt sich eine deutliche Erhöhung von 310 Jobsuchenden – und ein Quotensprung von 3,9 auf 4,9 Prozent. Damit hält sich der Raum Hofgeismar im Vergleich zum gesamten Agenturbezirk Kassel (6,6 Prozent) noch relativ gut.

Kreis Kassel

6095 Personen sind derzeit im Kreis Kassel arbeitslos gemeldet, 242 mehr als im Juni (plus 4,1 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zugang von 1551 Jobsuchenden, was einem Plus von einem rund einem Drittel ( 34,1 Prozent) entspricht. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent (Vormonat: 4,6 Prozent; Vorjahr: 3,6 Prozent). Der Bestand an offenen Arbeitsstellen liegt mit 746 Angeboten über dem Wert des Vormonats (39 Stellen oder plus 5,5 Prozent), aber deutlich unter dem des Vorjahres (minus 441 Stellen oder minus 37,2 Prozent).

Agenturbezirk Kassel

19.142 Arbeitslose sind aktuell im Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) registriert. Das sind 552 mehr als im Juni und 3873 (plus 25,4 Prozent) mehr als im Juli 2019. Die Arbeitslosenquote steigt gegenüber dem Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,3 Prozent.

Auch, wenn die Zahlen ansteigen, sieht die Arbeitsagentur positive Aspekte: Tapfer trotze der heimische Arbeitsmarkt im Juli der außergewöhnlichen Belastungen durch die Coronakrise, heißt es in einer Mitteilung. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist bewege sich im saisonüblichen Rahmen. Auch der hohe Zuwachs an Jobsuchenden zum Vorjahr bleibe unverändert. Diese Zeichen der Stabilisierung seien dem Umstand geschuldet, dass eine Vielzahl der Betriebe über die Kurzarbeit ihre schwierige Lage abfedern könne. „Schon im Herbst kann das anders aussehen. Deutlich mehr Arbeitslose sowie zahlreiche Insolvenzen sind in den nächsten Monaten absolut nicht auszuschließen“, sagt Agenturchef Detlef Hesse. (Matthias Müller)

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