Nicht alle Speisereste sind Bioabfälle

Abfälle richtig einfüllen: So stinkt die Biotonne nicht im Sommer

Ein Müllmann leer eine Biotonnne aus.
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Viele Biotonnen sind falsch befüllt, das heißt, es finden sich Störstoffe darin wie Verpackungen aus Glas, Blech, Plastik oder Kunststofftüten.

Wer diesen Sommer nicht in den Urlaub fährt, macht es sich auf dem Balkon oder im heimischen Garten gemütlich. Da wird gepflanzt, gemäht, gegraben, umgetopft und geschnitten.

Kreisteil Hofgeismar - Mit Folgen: Die Biomülltonnen sind schnell voll – obwohl sie alle zwei Wochen geleert werden. Was beim Befüllen der Tonnen zu beachten ist, klären wir in Fragen und Antworten.

Welcher Abfall gehört in die Biotonne?
Ein Großteil der Lebensmittel darf in die Tonne wandern. Dazu gehören: Obst- und Gemüseabfälle, Käse- und Wurstreste, Fleisch- und Fischabfälle, altes Brot, Kuchen und Gebäck. „Auch Reste von dickflüssigen Milchprodukten, beispielsweise Joghurt, sind erlaubt“, sagt Betriebsleiter Uwe Pietsch von der Abfallentsorgung Kreis Kassel. Gekochtes, Gebratenes und Rohes aus privaten Haushalten dürfen ebenfalls in die Biotonne – genauso wie Zimmer- und Balkonpflanzen.
Und was darf auf keinen Fall hinein?
Im Grunde alles, was nicht kompostierbar ist. Plastiktüten und Verpackungen aus Glas und Dosen. Aber auch Einweggeschirr (Becher und Besteck) und Verpackungen, die als kompostierbar gekennzeichnet wurden, haben laut Pietsch in der Biotonne nichts zu suchen. Flüssige Speisereste wie Milch sind genauso verboten wie Steine oder große Mengen Erde.
Was passiert mit dem Inhalt der Biotonnen?
Aus dem Biomüll wird auf den drei Kompostierungsanlagen im Landkreis Kassel Kompost hergestellt. „Außerdem gewinnen wir mit unserer Biogasanlage aus den Abfällen Strom und Wärme“, ergänzt Pietsch.
Und falls das Volumen der Biotonne nicht reicht, welche Möglichkeiten gibt es?
Zum einen ist es möglich, bei der Abfallentsorgung des Landkreises eine zusätzliche Biotonne zu beantragen. Grünschnitt und Laub können zum Entsorgungszentrum nach Hofgeismar gebracht werden, ergänzt Pietsch. Bei der Abfallentsorgung des Landkreises kann zudem ein Faltcontainer mit rund einem Kubikmeter Volumen erworben werden.
Kann der Biomüll neben die Tonne gelegt werden, wenn diese voll ist?
Der Betriebsleiter der Abfallentsorgung bittet, von solchen Vorhaben abzusehen: „Aus Gründen des Arbeitsschutzes und Vorgaben der Berufsgenossenschaften nimmt das Abfuhrpersonal keine Bioabfälle mit, die neben dem Behälter liegen.“
Wie voll darf die Biotonne sein, damit sie nach der Leerung auch wirklich leer ist?
Die Bioabfälle sollten nicht in die Tonne gepresst werden, da bei der Entleerung nur lockere Abfälle „schwerkraftbedingt aus dem Behälter fallen.“ In Extremfällen wiege der Müll über 110 Kilogramm und das würden die Hubvorrichtungen der Müllautos nicht mehr heben können. Deswegen sollte nasser Rasenschnitt auf jeden Fall getrocknet werden, da dieser sonst besonders schwer sei.
Böse Gerüche, Maden – wie kann dagegen vorgegangen werden?
Da hat die Abfallentsorgung ein paar Tipps: Am besten sollen die Biotonnen an einem schattigen Platz stehen und regelmäßig gereinigt werden. „Es empfiehlt sich zudem den Boden, sowie die einzelnen Lagen zwischen den Abfällen mit zerknülltem Zeitungspapier auszulegen“, sagt Pietsch. Feuchte Abfälle wie Grasschnitt sollte man antrocknen lassen.     Speisereste können in extra für den Landkreis hergestellten kompostierbaren Biobeutel verpackt werden. Diese sind in den Gemeinde- und Stadtverwaltungen des Landkreises Kassel und beim Hofgeismarer Entsorgungszentrum Kirschenplantage erhältlich und kosten je nach Ausführung zwischen einem und sieben Euro.

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