EU-Mindestsammelquote

Landkreis muss mehr Elektroschrott entsorgen

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Ex und hopp: Geräte werden oft nach kurzer Zeit entsorgt. Vieles geht am Recycling vorbei. 

Im Kreis Kassel gibt jeder Einwohner pro Jahr 8,2 Kilogramm Elektroschrott zum Recyceln. Das ist fast doppelt so viel wie vor sechs Jahren, aber immer noch viel zu wenig.

Die Sammelmengen müssen sich deutlich erhöhen, um die EU-weit für die Mitgliedstaaten vorgegebenen Mindestsammelquote von 65 Gewichtsprozent (der in den vorangegangenen drei Jahren verkauften Geräte) ab 2019 zu erfassen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden 59 Prozent der ausrangierten Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler in Deutschland nicht ordnungsgemäß gesammelt. „Sie verschwinden bei illegaler Sammlung oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen“, sagt die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Das sei „reine Ressourcenvergeudung“, und die illegale Entsorgung schade massiv der Umwelt.

Warum nicht mehr Elektrogeräte zurückgegeben werden, kann nur vermutet werden. „Vielleicht wissen zu wenig Leute von der Rücknahmepflicht des Handels und den Problemen durch falsche Entsorgung“, meint Jenny Werner von der Abfallberatung des Landkreises Kassel. Altmetallhändlern sei es nicht mehr erlaubt, diese Geräte anzunehmen, weil sie über Großhändler oft nach Afrika verschifft und dort mit schlimmen Folgen für Mensch und Umwelt zerlegt würden.

Entsorgung von Elektroschrott: Das sind die Möglichkeiten

Dabei sei die Rückgabe von Elektrogeräten im Kreis sehr einfach. Jeder könne so einen wichtigen Beitrag zu Ressourcenschonung und Umweltschutz leisten. Entsorgt werden dürfen sie laut Gesetz nur noch auf diesen Wegen:

  • Für Elektrogeräte aller Art und sperrige Gegenständeaus Metall gibt es die kostenlose Elektrogeräte- und Metallabfuhr. Sie wird per Internet (www.abfall-kreis-kassel.de) oder über die grüne Sperrmüllkarte bestellt. Die Geräte sollten erst kurz vor Abholung an den Straßenrand gestellt werden, um eine illegale Abholung durch Altmetallhändler zu unterbinden.
  • Elektrokleingeräte (bis 50 cm Kantenlänge) werden auch bei den mobilen Schadstoffannahmen in allen Städten und Gemeinden (Termine im Abfallkalender) angenommen.
  • Alle Elektrogeräte werden montags bis donnerstags von 7.45 bis 16 Uhr und freitags von 7.45 bis 14.30 Uhr sowie an 15 Samstagen an den Entsorgungszentren in Lohfelden und Hofgeismar kostenlos angenommen.
  • Zusätzlich nimmt die Baunataler Diakonie Elektrogeräte (ausgenommen „weiße Ware“) in Baunatal, Calden, Fuldabrück, Hofgeismar und Zierenberg werktags von 8 bis 16 Uhr (freitags 14 Uhr) kostenlos an.
  • Seit 2016 ist zudem der Handel (auch online) ab 400 Quadratmeter Verkaufs- und Lagerfläche für Elektrogeräte verpflichtet, Elektroaltgeräte kostenlos anzunehmen, wenn ein gleichartiges Neugerät gekauft wird. Die Annahmepflicht für alle kleinen Altgeräte (kleiner als 25 Zentimeter) gilt auch ohne Neukauf.

     

Weitere Infos erteilt die Abfallentsorgung Kreis Kassel unter 05 61/10 03-1133 oder www.abfall-kreis-kassel.de

Hintergrund: Nicht gleich entsorgen

Defekte oder nicht mehr ausreichende Geräte müssen nicht gleich in den Müll wandern. Der Landkreis Kassel rät beispielsweise, doch mal ein Reparatur-Café zu besuchen. Dort gibt es ehrenamtliche Experten, die das Gerät vielleicht wieder zum Laufen bringen können. Unter www.abfall-kreis-kassel.de sind Repair Cafés in der Nähe aufgelistet. Nützliche Reparaturanleitungen für die verschiedensten Geräte gibt es auf ifixit.com. 

Kreispressesprecher Harald Kühlborn ruft dazu auf, Geräte möglichst lange zu benutzen und dabei zu sparen: „Kaufen Sie hochwertige, langlebige und reparierfähige Produkte und wählen Smartphones mit austauschbarem Akku.“ Funktioniere das Gerät noch, entspreche aber nicht mehr dem persönlichen Bedarf, könne man es tauschen oder verschenken. Unter www.abfall-kreis-kassel.de gibt es einen nicht kommerziellen, regionalen Tausch- und Verschenkmarkt sowie Hinweise auf anderen Plattformen im Internet.

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