Landrat Schmidt: Neue Kreisklinik soll doch an den Krähenberg

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Hier soll es hin: Das Gesundheitszentrum könnte auf der Fläche unterhalb des Evangelischen Krankenhauses (hinten) entstehen, wo die Scheune steht oder weiter Richtung B 83.

Hofgeismar. Ein ganz neuer Vorschlag soll die festgefahrenen Verhandlungen über den Neubau der Kreisklinik Hofgeismar in Bewegung bringen.

Landrat Uwe Schmidt (SPD) und Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth (SPD) schlagen vor, am Krähenberg nicht nur zwei Kliniken zu bündeln, sondern ein Gesundheitszentrum zu errichten. Das könnte aus der Kreisklinik der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und weiteren ambulanten und stationären Angeboten bestehen.

Seit über einem Jahr verhandeln Evangelische Altenhilfe und GNH über einen gemeinsamen Standort: Die GNH plant einen Bau für 37 Millionen Euro mit 120 Betten, der den alten Standort an der Liebenauer Straße ablösen soll. Die Evangelische Altenhilfe hat dagegen ein gut funktionierendes geriatrisches Krankenhaus am Krähenberg. Das Problem: Die GNH will dort nicht hin, die Altenhilfe dort nicht weg. Doch nur eine räumliche Nähe bringt laut Altenhilfe beiden Häusern Vorteile.

Auch ein Zusammenschluss war im Gespräch: „Die Verhandlungen für eine regelhafte Fusion sind abgeschlossen“ – ohne Ergebnis, sagt Schmidt. Deshalb gehen der Landrat und Mannsbarth nun in die Offensive: Ein Gesundheitszentrum soll auf einem Grundstück unterhalb des Krähenbergs entstehen, die neue Kreisklinik wäre die Basis, eine Beteiligung des Psychiatrie-Anbieters Vitos wünschenswert, niedergelassene Ärzte könnten das Angebot ergänzen. Auf lange Sicht wäre ein Anbau des Evangelischen Krankenhauses möglich. Mit 300 Betten und einer Bündelung der medizinischen Angebote hätte man die Größe erreicht, ab der ein Standort als zukunftssicher gilt.

Altenhilfe und GNH erfuhren am frühen Abend von dem Vorstoß Schmidts und Mannsbarths: Die Evangelische Altenhilfe lobte den Vorschlag. Die GNH hielt sich bedeckter: "Die Gesundheit Nordhessen Holding AG benötigt ein baulich-wirtschaftlich geeignetes Grundstück, das ein modernes, wohnortnahes und regionales Gesundheitszentrum inkl. ambulanter fachärztlicher Versorgung zulässt und an dem die stationäre Krankenhausversorgung in der Zukunft zusammengefasst werden kann", sagte Ulrike Meyer auf der Heide, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Die GNH prüfe alle angebotenen Grundstücke nach diesen Kriterien.

Ein Standort für alle Angebote

Die Gesundheit Nordhessen (GNH) und die Evangelische Altenhilfe waren nicht eingeweiht, die Parlamente von Stadt und Kreis haben noch nichts beschlossen – trotzdem sind am Mittwoch Landrat Uwe Schmidt und Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth mit ihrer Idee an die Öffentlichkeit gegangen.

Die Idee

Ein Gesundheitszentrum soll am Krähenberg entstehen, aber nicht auf dem Berg – denn das wollte die GNH nicht. Und selbst Schmidt sagt: „Ein Neubau dort wäre verrückt gewesen.“ Stattdessen wird ein neues Grundstück ins Spiel gebracht, das durch einen Tausch frei wird. Der sieht – vereinfacht dargestellt – so aus: Die Fläche der alten Kreisklinik (Kreis) steht der Stadt zur Verfügung, die dort eine Wohnbebauung realisieren kann. Die Fläche unterhalb des Krähenbergs geht an den Kreis, dort entsteht das Gesundheitszentrum.

Die Details

Das Gesundheitszentrum wäre nah genug am Evangelischen Krankenhaus für eine engere Zusammenarbeit wie die gemeinsame Nutzung von OP-Sälen. Es läge auch nah an der Bundesstraße 83. Die Fläche ist groß genug für die Kreisklinik und weitere Angebote wie stationäre psychiatrische Betten von Vitos und niedergelassene Ärzte, perspektivisch vielleicht sogar für das Evangelische Krankenhaus. „Für uns gehört zum neuen Krankenhaus neben den Fachabteilungen Chirurgie und Innere Radiologie, Intensivmedizin und Gynäkologie mit Geburtshilfe zwingend dazu“, sagen Landrat und Bürgermeister.

Die Reaktionen

„Die Gesundheit Nordhessen Holding AG benötigt ein baulich-wirtschaftlich geeignetes Grundstück, das ein modernes, wohnortnahes und regionales Gesundheitszentrum inklusive ambulanter fachärztlicher Versorgung zulässt und an dem die stationäre Krankenhausversorgung in der Zukunft zusammengefasst werden kann“, sagte gestern Ulrike Meyer auf der Heide, Leiter der Unternehmenskommunikation der GNH.

Ausführlicher antwortete die Altenhilfe: „Mit einer Entscheidung für das jetzt vorgeschlagene Grundstück wären wir sehr zufrieden, denn dies würde den Gesundheitsstandort Hofgeismar stärken“, sagte Sprecherin Christiane Gahr. Ein Neubau an diesem Standort würde die Kooperation beider Einrichtungen ermöglichen, vor allem durch die räumliche Nähe.

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