Anbau wandelt sich: Auf den Feldern wird es bunter

Landwirte im Raum Hofgeismar mit Erntebilanz zufrieden

Ein Landwirt zeigt zwei Maiskolben auf einem Maisfeld.
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Landwirt Jens Thöne zeigt zwei Körnermais-Kolben. Die Pflanzen gehören zu denen, die jetzt häufiger im Kreisteil Hofgeismar angebaut werden.

Der Anbau auf den landwirtschaftlichen Flächen im Kreisteil wandelt sich: Die Landwirte produzieren weniger Raps, weil der Ertrag in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist.

Kreisteil - Hofgeismar - Das sagt Jörg Gramm, stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes, mit Blick auf die Erntebilanz. Der Wandel wird beim Blick auf die letzten trockenen Maisfelder deutlich. Dabei handelt es sich um Körnermais, der vermehrt angebaut wird. Während beim Silomais meist im September die ganze grüne Pflanze geerntet wird, für Biogasanlagen wie auch als Viehfutter, geht es beim Körnermais nur um die Kolben. Die werden im Herbst per Mähdrescher geerntet, erklären Gramm und sein Kollege Jens Thöne, der in Udenhausen Körnermais anbaut.

Geld für vielfältigere Kulturen

Der Wandel im Anbau hängt auch mit dem Halm-Programm der Landesregierung zusammen, sagt Kramm. Das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen – so der offizielle Name – soll vielfältige Kulturen in der Landschaft fördern. Damit werden auch Hülsenfrüchte wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen interessant.

Jörg Kramm

Mit diesen Früchten aus heimischem Anbau können die Landwirte importierte Futtermittel wie Soja teilweise ersetzen. Über diese Hülsenfrüchte wiederum freuen sich andere, beispielsweise Imker: Viele Insekten sammeln an ihren Blüten Nektar und Pollen. Wie Getreide und Körnermais werden auch diese Hülsenfrüchte mit Mähdreschern geerntet.

Wetter macht Anbau-Planung schwieriger

Eine Erwartung aus dem Frühjahr hat sich bestätigt: Der Ernteerfolg ist viel stärker als früher vom Wetter abhängig. Auf guten Böden, die Wasser speichern, gab es gute Ernten, sagt Jörg Kramm. Egal, ob Getreide oder Zuckerrüben. Auf anderen Böden war es für die Landwirte dagegen deutlich schwieriger, zufriedenstellende Erträge zu erzielen.

Mit den Preisen sind die Landwirte nach dieser Ernte zufrieden. Sowohl Getreide als auch Zuckerrüben werden besser bezahlt, sagt Kramm. Die Erlöse hätten sich in diesem Jahr erholt. (Bernd Schünemann)

1205 Betriebe im Kreis Kassel

1205 landwirtschaftliche Betriebe gab es Ende vergangenen Jahres im Kreis Kassel. Sie bewirtschaften knapp 43.000 Hektar Acker- und knapp 13.000 Hektar Grünland. Die wichtigsten Kulturen sind laut Regionalbauernverband Winterweizen (13.850 Hektar), Wintergerste (7550 Hektar), Raps und Mais (je gut 4600 Hektar). 120 Betriebe, also ziemlich genau zehn Prozent – arbeiten laut Verband ökologisch. Sie erzeugen ihre Produkte auf 5500 Hektar Fläche. 

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