Kennzeichnung von Lebensmitteln: Mehr Sicherheit für Allergiker

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Hat die EU-Verordnung schon umgesetzt: Markus Reuther vom Restaurant „Zum Alten Forsthaus“ in Holzhausen zeigt seine aktualisierte Speisekarte.  

Hofgeismar. Viele Menschen reagieren auf Nahrungsmittel allergisch.

Deshalb hat die EU eine Verordnung erlassen, wonach Gaststätten, Bäckereien und Fleischereien seit dem 13. Dezember auf Speisekarten und Infoblättern 14 Hauptallergene ausweisen müssen.

Im Kreisteil Hofgeismar scheint die Verordnung von den Betrieben weitgehend umgesetzt worden zu sein.

Drei Monate habe er gebraucht, um alle von seiner Bäckerei angebotenen Erzeugnisse hinsichtlich der Allergene zu spezifizieren, sagt Martin Simon, Chef der Bäckerei Amthor in Trendelburg. Vom Altdeutschen Landbrot bis zum Zwiebelbaguette können Kunden in den Amthor-Läden nun in einem Ordner nachlesen, was in Brot, Brötchen und Kuchen an Allergie auslösenden Stoffen steckt.

Ähnlich verfahren auch die Fleischer. „Die meisten unserer Betriebe haben sich für die sogenannte Kladden-Lösung entschieden“, sagt Uwe Köhler, Obermeister der Fleischerinnung Hofgeismar-Wolfhagen. Kladden-Lösung bedeutet, dass Kunden sich in den Läden in ausgelegten Heften über die Inhaltsstoffe von Fleisch- und Wurstwaren informieren können. Die wesentlich aufwendigere Alternative wäre, dass jedes einzelne Stück Wurst und Fleisch mit einem Etikett versehen werden müsste. Bei abgepackter Selbstbedienungsware ist das bereits der Fall. „Die Umsetzung der Verordnung ist im Fleischerhandwerk ganz gut gelaufen“, sagt Köhler.

Auch wenn der Aufwand erheblich gewesen sei, so hätten auch Restaurants und Gaststätten die EU-Verordnung umgesetzt, sagt Anne Homm, Geschäftsführerin des Deutschen-Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) im Bezirk Nord- und Osthessen. Hilfreich wäre bei der Anfertigung von Zusatzinformationen auf oder zur Speisekarte der Leitfaden des DeHoGa Bundesverbandes „Gute Gastgeber für Allergiker“ gewesen, sagt Homm.

Von Gerd Henke

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