Lebenswerk von Wilhelm Hugues

Museum Hofgeismar holt Bildhauer-Schätze ans Licht

Zwiesprache: Die Werke laden zum genauen Beobachten ein. Zum Teil sind es Modelle für die später ausgeführten tatsächlichen Arbeiten. Dieses Modell der Skulptur „Die Lesende“ stand jahrelang in einem Flur der Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar. Das Original war für die Bibliothek in Bad Godesberg bestimmt. Fotos: Thiele

Hofgeismar. Fast jeder hat im Alltag schon einmal ein Werk von Wilhelm Hugues (sprich: Hüges) aus Hümme gesehen.

Sie stehen und hängen als Altarkreuze in den Kirchen, als Skulpturen und Symbole an der Sparkasse in Hofgeismar und an Schulen.

Doch kaum jemand kennt noch ihren Schöpfer, der mit gerade 66 Jahren starb, als er eine Ausstellung in Paris vorbereitete, die ihm wahrscheinlich den internationalen Durchbruch beschert hätte.

Dem Stadtmuseum Hofgeismar gelang es 1986, den gesamten, aus über 800 Werken bestehenden Nachlass zu kaufen. Dazu waren intensive Verhandlungen mit den Erben nötig, die zunächst für eine einzelne Holzskulptur den damaligen Schätzpreis von 25 000 Euro verlangten.

Dem Stadtmuseum gelang damit ein Coup, wie Museumsleiter Helmut Burmeister rückblickend meint. Doch eine Einschätzung heute ist schwierig, weil es keinen Markt für Hugues-Werke gibt, da sie entweder an Bauwerken montiert, in Privathand oder eben im Stadtmuseum verwahrt sind - und dort denkt man nicht daran, von diesem Gesamtkunstwerk etwas abzugeben. Ein Querschnitt aus seinem Lebenswerk ist seit dem Wochenende erstmals in einer Sonderschau im Stadtmuseum zu sehen.

Das Lebenswerk von Wilhelm Hugues

Zu Lebzeiten galt Hugues als Sonderling. In seiner langen Kriegsgefangenschaft in Russland hatte er sich für das Land und russische Literatur und Politik begeistert. „Was wollen sie mit dem Kerl, dem Kommunisten, den kennt doch keiner“, erinnerte sich Museumsleiter Helmut Burmeister bei der Eröffnung an frühere Kommentare. Zum Glück habe sich das geändert: „Hugues hat es verdient“.

Der Künstler konnte mit Holz, Metall und Stein ebenso gut umgehen wie mit Pinsel und Zeichenstift, er arbeitete im Stil von Barlach, Picasso, Matisse und Macke, wofür die neue Ausstellung ausreichend Beispiele präsentiert. Der künstlerische Nachlass bestand aus über 800 Skulpturen und Objekten sowie etwa 6000 Grafiken und Bildern.

Mehr in der gedruckten Ausgabe der Hofgeismarer Allgemeinen. 

Die Ausstellung geht bis zum 17. Mai. Weitere Informationen gibt es hier.

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