Wahlkreis Waldeck 167

Bundestagswahl-Ergebnisse: Liebenauer wählten im Kreisteil am eifrigsten

Wahlhelferinnen beim Leeren einer Briefwahlurne für die Bundestagswahl 2021.
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Steigende Spannung: Das Prüfen und Öffnen der vielen Wahlbriefe brauchte eine Menge Zeit (hier in Hofgeismar mit Diana Klinter, Christiane Rödiger und Lilly Geisen).

Während die SPD und die Grünen auf Bundesebene und im nordhessischen Wahlkreis 167 Waldeck zulegten, verlor die CDU deutlich.

Kreisteil Hofgeismar – Die höchste Wahlbeteiligung gab es erneut in Liebenau, der kleinsten Stadt im Kreisteil Hofgeismar: 82,7 Prozent (2085) stimmten per Briefwahl und im Wahllokal ab. Hier konnte Dilcher mit 46,5 Prozent die meisten Stimmen im Kreisteil für sich gewinnen, so wie sie auch in den anderen Kommunen im Altkreis vorne lag.

Pluspunkte in Hofgeismar

Hofgeismar, die Stadt mit den meisten Wahlberechtigten, hatte wie schon 2017 erneut die geringste Wahlbeteiligung der neun Kommunen im Kreisteil. 11 737 Personen konnten in diesem Jahr ihre Stimmen abgeben, 8415 (71,7 Prozent) taten dies. Esther Dilcher holte in ihrem Heimatort 46,6 Prozent der Stimmen (3880). Verglichen mit dem Ergebnis von vor vier Jahren, gewann die Bundestagsabgeordnete 2,8 Prozentpunkte dazu.

Bundestagswahlkreis Waldeck 167 Zweitstimmenverteilung

Für die Bürger Wesertals war es die erste Bundestagswahl nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Oberweser und Wahlsburg. 3350 von 4289 Wahlberechtigten gaben dort ihre Stimmen ab, über die Hälte (51 Prozent) votierten dabei für Dilcher.

Wahlkampfeinsatz

Esther Dilcher hatte sich vor allem in Bad Arolsen mehr Stimmen erhofft, hatte aber gegen den dort wohnenden Schwarz keine Chance. Während sie in allen zum Wahlkreis gehörenden Kreis-Kassel-Gemeinden vorn lag, trifft dies im Kreis Waldeck-Frankenberg in acht von elf Kommunen auf Armin Schwarz zu. In Bad Wildungen, Edertal und Korbach lag Dilcher vorn. In sechs der Kommunen, die Schwarz direkt gewann, lag die SPD dennoch bei den Zweitstimmen für die Landesliste vorn.

Nachdem Esther Dilcher mehrere Wochen lang Wahlkampf gemacht hatte und das noch bis am Samstagabend, musste sie am Sonntagmorgen erstmal Sport machen um runterzukommen, schildert die Rechtsanwältin. Danach ging es mit dem Landtagskollegen Oliver Ulloth zunächst zum Haxen-Essen nach Bad Emstal, bevor der Puls dann wieder anstieg. Denn tagsüber gab es schon gute Prognosen, nicht zuletzt aufgrund der hohen Wahlbeteiligung und weil sie einige CDU-Wähler gesprochen hatten, die diesmal nicht wählen gehen wollten, wie Dilcher berichtet. Eine Stunde vor Schließung der Wahllokale gab es eine Telefonschalte mit der hessischen SPD-Landesvorsitzenden Nancy Faeser, die auf den Wahlausgang einstimmte.

Als das für sie und ihre Partei positive Ergebnis am Sonntagabend klar war, habe sie sich sehr gefreut. Auch, weil Konkurrent Armin Schwarz sie kurz nach 23 Uhr anrief, um ihr zu gratulieren. Man arbeite ja demnächst in Berlin zusammen.

Sofort nach Berlin

Dilcher hatte mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Sie fuhr noch am Sonntag um 22.45 Uhr per Zug nach Berlin, wo sie um 3 Uhr ankam. Am Montag Mittag traf sie sich mit ihren Mitarbeitern zum Essen, abends gabs ein Gartenfest beim Seeheimer Kreis, wo Olaf Scholz vor 550 Gästen sprechen wollte. Am Dienstag folgt eine Fraktionssitzung.

Im Wahlkampf habe sie sich in Waldeck „die Füße wund gelaufen“, um ihrem Vorbild Alfred Hartenbach nachzukommen, der im konservativeren Waldeck sehr geschätzt war. Stolz sei sie, dass sie Naumburg gewinnen konnte, was der SPD nie zuvor gelungen sei. Viel investiert habe sie auch in Hofgeismar, nachdem der SPD dort schon der Bürgermeisterposten verloren gegangen war.

Bundestagswahlkreis Waldeck 167 Erststimmenverteilung

Die Grünen holten das beste Ergebnis im Wahlkreis in Habichtswald mit 13 Prozent bei den Erst- und 13,9 Prozent bei den Zweitstimmen. Die AfD holte die meisten Erststimmen mit 11,4 Prozent in Bad Wildungen, gefolgt von Korbach und Reinhardshagen mit je 11,3 Prozent (Zweitstimmen 10,6). Die FDP holte die meisten Erststimmen (14,3 Prozent) in Diemelsee, die meisten Zweitstimmen (16,4) in Willingen. (Thomas Thiele / Nela Müller)

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