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Magischer Ort mit Ausblick: Walter Kouril genießt die Ruhe am Rothbalzer Teich

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Von: Sascha Hoffmann

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Ein magisches Plätzchen: Walter Kouril genoss die letzten goldenen Herbsttage. Am Rothbalzer Teich findet er das ganze Jahr über nicht nur Ruhe, sondern auch Tiere zum Beobachten.
Ein magisches Plätzchen: Walter Kouril genoss die letzten goldenen Herbsttage. Am Rothbalzer Teich findet er das ganze Jahr über nicht nur Ruhe, sondern auch Tiere zum Beobachten. © Sascha Hoffmann

Umringt von den Flüssen Weser, Diemel und Fulda, verzaubert der Naturpark Reinhardswald mit herrlicher Natur. Menschen aus der Region zeigen uns ihre ganz persönlichen Lieblingsplätze.

Immenhausen – Kurz vor dem ersten Schnee hat Walter Kouril noch mal die Sonne genossen, die auch in diesem Jahr die Natur rund um den Rothbalzer Teich in ein farbenfrohes Paradies verwandelt hat.

Hier kann ich meine Tiere beobachten

Walter Kouril

„Es ist noch gar nicht lange her, dass wir hier einen kleinen Indian Summer hatten, der Spitzahorn hat sich von Gelb in ein prächtig strahlendes Orange übergehend von seiner allerschönsten Seite gezeigt“, sagt er und lächelt zufrieden, während er es sich an seinem Lieblingsplatz unweit des Pfadfinderzentrums bei Immenhausen gemütlich macht. Hier findet der 72-Jährige seine Ruhe, hier genießt er die Stille: „Hier kann ich meine Tiere beobachten.“

Bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt, wurde der Rothbalzer Teich laut Kouril als Fischteich für die Landgrafschaft angelegt und steht seit 1998 unter Naturschutz. Der Naturliebhaber kann gar nicht anders, als all das, was es rund ums kleine Gewässer zu sehen gibt, mit seinem reichen Wissen zu erklären. In den eingezäunten Arealen etwa seien neu gepflanzte Reinhardswaldeichen zu finden, die so vor hungrigem Wild geschützt würden.

Kouril zeigt Schulklassen die Natur und seine Lieblingsorte

Kouril, der Netzwerkparkpartner des Naturparks Reinhardswald ist und als solcher regelmäßig auch Gruppen hierherführt, ist voll in seinem Element, wenn er etwa über Naturschutz spricht, ein Bereich, in dem er selbst seit vielen Jahren aktiv ist. Sein Vogellehrpfad ist nicht weit entfernt, so auch der Totholzgarten, den er mit viel Liebe angelegt hat. „Allein in diesem Jahr war ich mit 24 Schulklassen in der Natur unterwegs“, sagt der zweifache Opa, der selbstredend auch über seinen Lieblingsort allerhand zu berichten weiß: „Dieser Teich ist vor drei Jahren renaturiert worden, da war kein Wasser mehr drin, weil die Deichkrone an allen Ecken undicht war.“

Seit das Wasser zurück ist, fühle sich hier auch allerlei Federvieh wieder wohl. Viele Vögel seien aktuell zwar schon gen Süden geflogen, die Enten aber noch da, wenn auch gerade eher im Verborgenen. „Die sind etwas verhalten, haben sich zur Mauser zurückgezogen“, weiß der Tierfreund und wird ganz aufgeregt, als er einige seiner absoluten Lieblinge erspäht. „Da sind sie – eins, zwei, drei, vier Zwergtaucher, siehst du sie?“. Kouril schwärmt von den „possierlichen, tollen Tierchen, die ganz klein und sehr, sehr schön anzuschauen sind“.

Auch die Enten, mit denen er sich abends häufig den Ort teilt, mag er sehr. Zu jeder Tages- und Jahreszeit sei er am idyllisch gelegenen Teich anzutreffen. Im Sommer gern schon zum Sonnenaufgang, denn „dann sehe ich die meisten meiner Tiere.“ Dieser Ort habe immer eine gewisse Magie, sagt Kouril und empfiehlt jedem, dem Teich einen Besuch abzustatten. Auch im Rahmen einer längeren, etwa elf Kilometer langen Tour über den gut ausgewiesenen Ahlberg-Reinersen-Rundweg und den Kleeberg-Rundweg sei das ausgesprochen reizvoll. „Auf der Strecke gibt es herrliche Ausblicke zu genießen“, sagt er, und freut sich auf viele Begegnungen an seinem persönlichen Lieblingsort – auch jetzt im Winter. (Sascha Hoffmann)

Der Rothbalzer Teich

Das idyllisch in unmittelbarer Nähe des Zentrums Pfadfinden in Immenhausen gelegene Gewässer steht seit 1998 unter Naturschutz. Eine streng geschützte Libellenart, die Große Moosjungfer, hat hier ihr einziges Vorkommen im Landkreis Kassel. In der Nähe befindet sich außerdem ein Moorgebiet. Der umliegende Wald litt in den vergangenen Jahren enorm unter Sturm- und Dürreschäden und wurde im Frühjahr und Herbst 2020 neu aufgeforstet.

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