Makler sind nicht mehr gefragt bei Vermietungen

Symbolfoto: dpa

Hofgeismar. Bei Wohnungsvermietungen hat das Internet den Makler nahezu vom Markt verdrängt. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung unter mehreren Immobilienhändlern.

Dabei war es keine schleichende Entwicklung, sondern eine Gesetzesänderung, die bei Vermietern von Wohnungen eine Verhaltensänderung auslöste.

Vor knapp einem Jahr führte der Gesetzgeber bei der Maklerprovision das so genannte Bestellerprinzip ein. Im Klartext: Die Provision für den Makler hat nicht mehr der Mieter zu bezahlen, sondern der Vermieter. Die liegt bei ein bis zwei Monatsmieten - und dieses Geld sparen die Vermieter, in dem sie ihr Eigentum nicht mehr über einen Makler an den Mieter bringen, sondern es selbst vermarkten.

„Der Vermietungsmarkt ist tot für uns“, bringt es der Hofgeismarer Immobilienmakler Dennis Kramer auf den Punkt. Früher hätte sein Unternehmen fast jede Woche eine Vermietung vermittelt, in diesem Jahr gebe es noch keine einzige, beschreibt er den drastischen Rückgang. Den Trend bestätigt auch Helga Kauffeld (Reinhardshagen). Deutlich weniger Wohnungseigentümer kämen zu ihr, als vor der Reform des Maklergesetzes.

„Die Vermieter wollen sparen und bieten ihre Wohnungen übers Internet an“, hat Kramer beobachtet. Dennoch ist der Umsatzeinbruch beim Vermietungsgeschäft für die heimischen Makler nicht existenzbedrohend. Die meisten Makler in unserer Region, sagt Kramer, hätten ihren Schwerpunkt bei den Immobilien, sprich beim Kauf- und Verkauf von bebauten und unbebauten Grundstücken.

Und hier sind die Makler trotz Internets gut im Geschäft. Das liegt nicht nur daran, dass hier die Provision nach wie vor der Käufer bezahlt, sondern weil die Makler den Markt und damit den Wert von Immobilien oft besser und präziser einschätzen könnten als die Eigentümer. zum Tage

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