Hofgeismarer Künstlerin

ZDF dreht Porträt über Künstlerin aus Hofgeismar: „Malen ist für mich wie atmen“

Sie wollte nie etwas anderes machen: Die Künstlerin Christine Müller (52) aus Hofgeismar malt, seit sie 13 Jahre alt ist, und ist mittlerweile international bekannt. Zurzeit stellt sie auch im Hofgeimarer Stadtmuseum aus.
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Sie wollte nie etwas anderes machen: Die Künstlerin Christine Müller (52) aus Hofgeismar malt, seit sie 13 Jahre alt ist, und ist mittlerweile international bekannt. Zurzeit stellt sie auch im Hofgeimarer Stadtmuseum aus.

Christine Müller aus Hofgeismar ist international bekannt. Darauf ist nun auch das ZDF aufmerksam geworden und porträtiert die Hofgeismarerin in der Sendung „sonntags“.

Hofgeismar – „Leben passiert im Jetzt“ – das ist das Motto der Künstlerin. In der Sendung „sonntags – TV fürs Leben“ wird ein Beitrag über die 52-Jährige unter dem Thema „Kreativität und Kunst, warum wir sie brauchen“ im kommenden Jahr am Sonntag, den 23. Januar um 9.03 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

„Es geht um meine Person – wie ich ticke“, fasst Christine Müller den zweitägigen Dreh zusammen.

ZDF-Dreh im November

Doch wie ist das ZDF auf sie aufmerksam geworden? „Eine Aufnahmeleiterin hat sich in meine Kunst verliebt“, erklärt Christine Müller. Diese war auf einer Ausstellung gewesen und hatte ein Bild von Müller gekauft.

Da dieses allerdings zu groß für den Transport in ihrem Auto gewesen sei, hatte Christine Müller sich entschieden, das Bild selbst nach Mainz zu fahren.

Daraufhin hatte die Aufnahmeleiterin sie gefragt, ob sie die Künstlerin in einem Beitrag vorstellen dürfte. Christine Müller war begeistert und sagte Ja.

Erfahrungen mit dem Fernsehen hatte die Malerin schon vorher: „2010 hat N24 einen Beitrag über mich gemacht. Da war ich total aufgeregt“, sagt sie. Der Dreh mit dem ZDF Anfang November habe ihr sehr viel Spaß gemacht.

„Diesmal war ich tiefenentspannt. Ich wusste, was auf mich zukommt.“ Zwei Drehtage waren eingeplant: ein Tag im Stadtmuseum und ein Tag in ihrem Atelier am Warburger Weg in Hofgeismar.

Das ZDF drehte in Christine Müllers Atelier. Das Porträt wird im Januar ausgestrahlt.

Schau im Stadtmuseum

Im Hofgeismarer Stadtmuseum stellt die Künstlerin zurzeit ihre Bilder unter dem Titel „Das Paradies des Jetzt“ aus (HNA berichtete). Das Besondere: Die Bilder sind nach Musik entstanden.

Durch Musik würden die Linien eine ganz andere Präsenz bekommen. „Die Menschen sind in Hetze, nicht mehr im Jetzt und bei sich selbst“, sagt Müller.

Als Malerin lebe sie immer im Augenblick. „Meine Kunstwerke haben gewisse Botschaften.“ Diese könnten jedoch nur dann gesehen werden, wenn man ins Bild eintauche. „Das Bild fängt an zu pulsieren, zu atmen. Es kommuniziert“, ergänzt die Künstlerin. Musik und Malerei holten die Menschen zurück ins Jetzt. Deswegen plane sie auch nichts, sondern male einfach drauf los.

Schon 2018 hatte sie eine Ausstellung im Stadtmuseum, die „wahnsinnig gut angenommen“ worden sei. In den nächsten Jahren werde sie ihre Werke aber wohl erst einmal woanders ausstellen.

Malen nach Musik

Besucher haben in den Bildern von Müller die Komponisten, nach deren Musik das Bild entstanden ist, erkannt. „Sie haben mich gefragt, ob ich das nach dem Komponisten Igor Strawinsky gemalt hätte, und es hat gestimmt“, erklärt sie.

Ihre Lieblingsstücke sind von Joseph-Maurice Ravel, Achille-Claude Debussy. „Es ist einfach genial, man spürt die Genies in den Stücken“, schwärmt die 52-Jährige. Auch nach Heavy Metal hat sie schon gemalt. „Die Bilder haben einen ganz anderen Stil. Aggressiver, weil die Musik ja auch aggressiver ist“, erklärt sie.

Rückkehr zur Familie

Nach 27 Jahren am Bodensee in der Schweiz, Bingen und Mainz, ist sie nach Hofgeismar zurückgekehrt – vor allem, um bei ihrer Mutter zu sein. Ihr Bruder ist Pianist. Immer, wenn sie im Kinderzimmer saß, hat er im Wohnzimmer Klavier gespielt.

Sie wollte lieber Ruhe, aber nun ist sie dankbar: „Jetzt habe ich dieses gute Gehör“, sagt sie und lacht. Schon mit 13 Jahren wollte sie Künstlerin werden: „Ich wollte nie was anderes machen.“

58 Bilder in Villa Bosch

Der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere war eine Ausstellung in der Kunstgalerie „Villa Bosch“ in Radolfzell am Bodensee. Sie selbst hat sich dort viele Ausstellungen angeschaut und wurde dann von der Stadt gefragt, ob sie dort ausstellen möchte.

„Ich durfte alle acht Räume haben“, sagt Christine Müller stolz. 58 Bilder von ihr hingen an den Wänden und innerhalb von vier Wochen seien 1075 Besucher gekommen. „Das ist schon so etwas wie ein Ritterschlag gewesen“, erinnert sie sich.

Verkauf von Bildern

Wenn die Bilder nach einer Ausstellung verkauft werden, ist die Künstlerin schon ein bisschen wehmütig: „Das ist schon so, als wenn die Kinder aus dem Haus gehen. Ein bisschen Abschiedsschmerz ist immer dabei.“

Aber das sei auch ihre Aufgabe als Malerin: Die Kunst in die Welt zu bringen. Etwa die Hälfte der Bilder in der Hofgeismarer Ausstellung stehen zum Verkauf. Die Schau endet am 14. November um 15 Uhr mit einer Finissage, bei der Christine Müller vor Ort sein wird. (Kira Müller)

Kontakt

Tel.: 0 16 3/7 29 17 99, E-Mail: info@christine-mueller.de, Internet: christine-mueller.com;

Stadtmuseum: Tel.: 0 56 71/47 91 oder 0 56 71/34 76, Email: museum@stadt-hofgeismar.de

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