Erfolgreiche Künstlerin in Hofgeismar

Musikalische Malerei: Christine Müller zeigt im Stadtmuseum ihre Kunst

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Kenner unter sich: Nach der Ausstellungseröffnung fachsimpelten Kunsthistoriker Dr. Eugen Wypich, Museumsleiter Helmut Burmeister und Künstlerin Christine Müller vor einem ihrer großformatigen Bilder. Dieses Exponat mit dem Titel „Your own special way“ bezieht sich auf ein Stück von Genesis aus den frühen Jahren. Wypich hielt übrigens auch die Laudatio zum Start der Schau.

Hofgeismar. Es ist dieser eine Augenblick in der Musik, um welchen sich alles dreht. "Diesen einen Moment, der nie, nie aufhören soll“, versucht Malerin Christine Müller in ihren Bildern einzufangen.   

„Bewusst unbewusst“ nennt die 48-Jährige ihre Technik, bei der von Acryl über Öl bis hin zu Stiften verschiedenster Art zum Einsatz kommen. Fast meditativ könnte man ihre Vorgehensweise nennen, wenn sie aber und abermals ein Musikstück hört, welches sie dann in ihre ganz eigene Formsprache übersetzt. Mal zart, fast floral anmutend, mal mit pastosem Pinselstrich temperamentvoll in Szene gesetzt sind ihre Werke, die je nach Musikstück variieren. Eine einzigartige Mischung aus Malerei und Zeichnung machen ihre Arbeiten aus, die überwiegend abstrakt sind, nur hier und da an Gegenständliches erinnern. Tatsächlich soll es Menschen geben, die das entsprechende Musikstück beim Betrachten eines Müller-Gemäldes erkannt haben, hieß es bei der Eröffnung ihrer Schau.

Allen Anfang macht bei ihr stets ein „intuitiver Impuls“, etwas, was aus ihren Händen und dem Pinsel herauswachsen wolle, erklärt sie. Aus diesen entwickelt sie ihre Bilder, in welchem fantasievolle Landschaften, Tiere oder mystische Figuren herauszublicken scheinen. Chopin, Strawinsky, Ravel oder Debussy gehören zu Christine Müllers Favoriten. „Seit den 90er Jahren sind sie meine Inspirationsquelle“, erzählt sie und fügt an, dass sie beispielsweise ein Jahr lang von morgens bis abends täglich eine ganz bestimmte Chopin CD nur gehört habe, ein Experiment quasi. Doch auch rockig-experimenteller Musik widmet sie sich, wie etwa den frühen Genesis, deren Stücke in der Umsetzung recht surreal wirken.

Einzigartig: Erst vor fünf Jahren hat Christine Müller eine Technik entwickelt, die ihre Bilder sehr plastisch wirken lassen. Elemente aus Flora und Fauna meint man in diesem Bild zu erkennen, einem Gemälde, was sich auf ein klassisches Stück bezieht.

Stolz ist die international bekannte Künstlerin in den vergangenen Jahren eine ganz eigene Technik entwickelt zu haben. Mittels eines ganz bestimmten Farbauftrages, bei welchem auf fluffigem Hintergrund kleine Farbexplosionen leuchten, wirken diese Arbeiten sehr plastisch, irgendwie eigen. Müllers Bilder erlebt man nicht im Vorbeigehen, sie brauchen Zeit und je mehr man davon investiert, umso mehr kann der Betrachter entdecken. Wirkt ein Bild vom Weiten eher wie eine kleine abgeschlossene Welt, so sind beim Herantreten viele kleine Zeichen und Symbole erkennbar.

Nach Stationen im Rhein-Main-Gebiet und der Schweiz ist Christine Müller vergangenen Herbst wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. „Hier schließt sich für mich nun ein Kreis“, sagt sie. Dass sie im Stadtmuseum fragte, ob sie ihre Bilder hier zeigen dürfe, ist für das Haus ein großes Glück, welches auch Museumschef Helmut Burmeister zu schätzen weiß. 

Info: Der nicht weniger bekannte Bruder der Künstlerin, Wolfgang Köhler wird am 26. August 2018 ein Konzert im Stadtmuseum geben. Um 11.30 Uhr ist der Pianist zu Gast im Haus.

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