Mannsbarth im Interview: Start ohne „radioaktive Fässer“

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Der neue Chef: Markus Mannsbarth (SPD) vor dem Rathaus in Hofgeismar.

Hofgeismar. Etwas länger als 100 Tage ist Markus Mannsbarth schon im Amt. Wir sprachen mit ihm über Altlasten im Rathaus, den Hessentag und die Opposition.

Herr Mannsbarth, mussten Sie nach Amtsantritt Altlasten Ihres Vorgängers abarbeiten? 

Mannsbarth: Um in der bildlichen Sprache zu bleiben: Radioaktive Fässer im Keller gab es nicht. Aber es gab Dinge, besonders Abläufe in der Verwaltung, die in den Hintergrund getreten waren. Eine meiner ersten Amtshandlungen war es, regelmäßige Treffen der Abteilungsleiter ins Leben zu rufen und es gibt nun Teamsitzungen in den Abteilungen. Jeder Mitarbeiter im Rathaus soll wissen, woran wir arbeiten und der Informationsfluss darf nicht nur von oben nach unten gehen.

Sind Sie mit den ersten drei Monaten Ihrer Amtszeit zufrieden? 

Mannsbarth: Ja. Natürlich ist es nicht möglich, die Verwaltung komplett umzukrempeln, wenn man nebenbei das größte Landesfest in Deutschland auf der Raufe hat. Trotzdem haben wir schon Veränderungen vorgenommen. Es gab Umbesetzungen im Rathaus, wir werden demnächst den im Wahlkampf versprochenen Vereinskoordinator der Öffentlichkeit vorstellen. Und in Hofgeismar gibt es gerade eine positive Grundstimmung, beispielsweise durch Ideen, die Bürger einbringen. Das müssen wir weiter pflegen und ausbauen.

Die CDU sieht das nicht so positiv. Der ausgeglichene Haushalt sei ihrem Vorgänger zu verdanken, ansonsten hätte Sie nicht viele Impulse gegeben. Was erwidern Sie? 

Mannsbarth: Ob ein Heinrich Sattler das genauso geschafft hätte, weiß niemand. Fest steht aber: Ich habe einen Haushalt mit einem kleinen Überschuss eingebracht und das passiert nicht von allein. Wir haben in allen Bereichen gespart. Dadurch blieb den Bürgerinnen und Bürgern eine Gebührenerhöhung im Bereich der Grundsteuer erspart.

Das Defizit des Hessentags lag zuletzt bei 1,72 Millionen Euro. Gilt diese Prognose weiter? 

Mannsbarth: Ja, wir liegen innerhalb der Prognose. Natürlich können wir nicht vorhersehen, ob es zehn Tage Regenwetter gibt. Wir können nur Mittelwerte bisheriger Landesfeste nehmen und entsprechend planen. Die Sache ist zudem transparent: Wir schlüsseln alle Buchungen auf und über diesen Kontoauszug wird regelmäßig im Magistrat berichtet.

Werden die vielen Baugerüste und Bagger in Hofgeismar rechtzeitig zum Landesfest verschwinden? 

Mannsbarth: Das ist eine Sorge, bei der ich schmunzeln muss. Ich freue mich, dass die Baugerüste überhaupt da sind. Wir haben allein 35 bewilligte Anträge von Hauseigentümern, die ihr Gebäude verschönern. In Hofgeismar wird gerade in die Zukunft investiert. Und zum Hessentag werden die Baugerüste so stehen, dass sie nicht im Weg sind.

CDU und WSD haben gezeigt, dass sie mit ihrer Mehrheit im Stadtparlament durchaus eigene Idee vorantreiben können, zum Beispiel mit dem Prüfauftrag für eine DM-Drogerie auf dem Hild-Gelände. Wie gefährlich ist das für Ihre Politik? 

Mannsbarth: Der Bürgermeister ist nicht der, der Entscheidungen trifft. Das ist das Parlament. Ich versuche nur, Impulse zu geben. In Hofgeismar müssen Entscheidungen wieder sachdienlich getroffen werden. Das erwarte ich auch von allen Fraktionen. Im Bezug auf das Hild-Gelände haben wir unseren Prüfauftrag erfüllt.

 

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