Die Marke "Dornröschenschloss" als Patent?

Markenschutz-Antrag provoziert Sababurgpächter

Dornröschenschloss Sababurg Archivfoto: Thiele

Hofgeismar. Die Pächter des Dornröschenschlosses Sababurg kritisieren den Hofgeismarer Heimat- und Verkehrsverein.

Er habe ohne Absprache versucht, sich Dornröschenschloss als Marke schützen zu lassen und damit gegen die Interessen seiner Mitglieder gehandelt. Der Verkehrsverein hält dagegen: Er habe dies im Interesse Hofgeismars getan, zudem sei Dornröschenschloss gar nicht schützbar.

Mit einer Broschüre wendet sich die Pächterfamilie Koseck an Geschäftspartner und Hofgeismarer: Darin bekundet sie die Bereitschaft, bei der Vermarktung der Stadt zu helfen. Gleichzeitig werfen Kosecks der Verwaltung eine „Diskrepanz zwischen Wort und Tat“ vor: Man bekunde öffentlich die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und arbeite hinter den Kulissen gegen die Pächter. Kosecks fühlen sich hintergangen - von Verein und Stadtverwaltung. Denn Hofgeismars Hauptamtsleiter Wilfried Eckart ist Vorsitzender des Vereins, daher gebe es keine klare Trennung.

Ein zentraler Vorwurf: Der Heimat- und Verkehrsverein wollte sich die Marke Dornröschenschloss beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) schützen lassen - ohne Rücksprache mit den Kosecks, obwohl sie Mitglied im Verein sind. Dornröschenschloss sei aber seit Jahrzehnten von den Kosecks „entwickelt, etabliert und vermarktet“ worden.

Fest steht: Der Verein hat einen solchen Antrag gestellt. Er wurde abgelehnt. Eckart verweist auf ein Schreiben des DPMA, wonach Dornröschenschloss allein als Marke nicht schützbar ist. Zudem sei es dem Verein nur darum gegangen, die Marke für Hofgeismar zu sichern. Grund des Antrages sei gewesen, dass man mit einem Ende des Betriebes auf der Sababurg rechnen musste - weil das Land der Pächterfamilie gekündigt hatte. Er habe zudem als Vereinsvorsitzender, nicht als Hauptamtsleiter gehandelt, sagt Eckart.

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