Neue Räume für neue Ärzte

Medizinische Versorgung soll in Hofgeismar ausgebaut werden

Hier entstehen die neuen Praxisräume: Bürgermeister Markus Mannsbarth (von links), Apotheker Stephan Parzefall, Architekt Olaf Janicke sowie die Augenärzte Talal Sabbagh und Dr. Johannes Bühnen auf der Baustelle.
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Hier entstehen die neuen Praxisräume: Bürgermeister Markus Mannsbarth (von links), Apotheker Stephan Parzefall, Architekt Olaf Janicke sowie die Augenärzte Talal Sabbagh und Dr. Johannes Bühnen auf der Baustelle.

Damit die Menschen in und um Hofgeismar genügend ärztliche Betreuung genießen können, soll Mitte des kommenden Jahres ein Ärztehaus entstehen.

Hofgeismar - Dafür wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen Reha-Sport in der Bürgermeister-Schirmer-Straße 4 entkernt. 2016 sind laut Bürgermeister Markus Mannsbarth viele Ärzte in den Ruhestand gegangen. „Das war eine fürchterliche Geschichte für die Patienten“, betont er. Die Idee, ein Ärztehaus in Hofgeismar zu installieren, ist nicht neu. Schon 2018 wurde darüber diskutiert (wir berichteten). Doch das warf einige Fragen auf: Wo soll es entstehen? Welche Ärzte sollen dort rein?

Die Entscheidung fiel auf den Ortskern. „Uns war es wichtig, eine gute Anbindung an den Nahverkehr zu haben und den Patienten ausreichend Parkplätze zur Verfügung zu stellen“, erklärt Stephan Parzefall, dessen Frau Katrin die Immobilie mittlerweile gehört. Und auch in die anderen drei Gebäude auf dem Gelände hat sie investiert. Der Kaufpreis bleibt unbekannt. „Man kann es also schon eher ein Ärztezentrum nennen, statt ein Ärztehaus“, sagt Mannsbarth. In einem Gebäude befindet sich eine Hausärztin, in einem weiteren eine Praxis für Logopädie sowie eine Augenarztpraxis im Haus nebenan.

Internist und Hausarzt sollen kommen

Dass Fachärztemangel besteht, können die beiden Augenärzte Dr. Johannes Bühnen und Talal Sabbagh bestätigen. Bis 2015 betrieb Bühnen die Praxis allein. „Es kamen soviel Patienten, irgendwann konnte ich keinen mehr aufnehmen“, erklärt Bühnen die damalige Situation. Als Sabbagh einstieg, sei es für ihn eine Erleichterung gewesen. Auch bei ihnen werden Umbauten vorgenommen. Unter anderem wird derzeit ein Aufzug an das Gebäude angebaut.

Für Erleichterung in Hofgeismar sollen auch die beiden Ärzte sorgen, die die neuen Praxisräume beziehen sollen. Laut Bürgermeister Mannsbarth handelt es sich dabei um einen Internisten und einen Hausarzt handeln. „Die Unterschriften sind noch nicht in trockenen Tüchern, aber wir sind sehr optimistisch“, berichtet Mannsbarth auf Anfrage weiter.

Praxisräume können erweitert werden

Neue Praxisräume und neue Ärzte – das sei eine gute Voraussetzung, noch weitere Mediziner in die Dornröschenstadt zu locken. Drei Behandlungsräume könnten auf rund 200 Quadratmetern in dem ehemaligen Reha-Sport-Gebäude entstehen. „Bei Bedarf kann das Dach abgenommen und eine Etage drauf gesetzt werden“, erklärt Architekt Olaf Janicke vom Planungsbüro Oikos.

Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) sieht es in Hofgeismar mit der hausärztlichen Versorgungslage gut aus: Acht Mediziner haben sich in der Dornröschenstadt niedergelassen. Auch das Durchschnittsalter sei laut Karl Roth, Kommunikationsleiter der KVH, mit 54 Jahren noch in Ordnung – lediglich ein Arzt sei über 60. Wie viele Patienten ohne Hausarzt seien, darüber konnten weder die KVH noch die Stadt Hofgeismar eine Angabe machen. (Nela Müller)

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