Stadtverordnete stimmten Vergleich zu 

Mehr als 3 Millionen Euro weg: Projekt Beberbeck endgültig beendet

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Große Pläne: Als die Entwürfe für das riesige Ferienresort Beberbeck vorgestellt wurden, gab es viele Befürworter – trotz des problematischen Winterwetters und der Bedenken von Naturschützern. Letztlich entschied das fehlende Interesse von Geldgebern.

Hofgeismar. 55 000 Euro kostet es die Stadt Hofgeismar, um das Hotelprojekt Beberbeck, für das sie schon über drei Millionen Euro ausgegeben hat, endgültig zu beerdigen. 

Soviel zahlt die Stadt an den Insolvenzverwalter der Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck, damit nach einem außergerichtlichen Vergleich sämtliche Ansprüche gegen die Stadt und die ehemaligen Beberbeck-Geschäftsführer Karl-Heinz Gerland und Wilfried Eckart abgegolten sind.

Diesen Beschluss fassten CDU und SPD bei Enthaltungen der FDP und Gegenstimmen von WSD und Linken nach einem Schlagabtausch über die Rolle des früheren Bürgermeisters Sattler.

Nach einer Steuerrückzahlung hatte der Insolvenzverwalter beim Landgericht Kassel Ansprüche auf rund 102 000 Euro geltend gemacht. Der Vorwurf: Die Geschäftsführer hätten die Insolvenz früher beantragen sollen. Da das Urteil des Landgerichts schwer vorausgesagt werden könne, riet der Hofgeismarer Magistrat dazu, dem Vergleich zuzustimmen.

Dr. Christian Knoche (Linke) lehnte dies ab, weil er schon bei der Projektplanung vor rund zehn Jahren davor gewarnt habe, dass sich die Stadt durch Kooperation mit einer privaten Besitzgesellschaft in rechtlich schwieriges Gelände begebe. Für das letztlich gescheiterte 400-Mio.-Euro-Projekt hatte die Stadt Hofgeismar eine Bürgschaft in Millionenhöhe übernommen und musste nach der Insolvenz der Beberbeck-GmbH diese Kosten dann tragen.

Die SPD war laut Peter Nissen für den Vergleich, weil damit alle Restforderungen abgeglichen seien und keine Berufung mehr möglich sei. Jürgen Knauf (WSD) kritisierte die zu enge Verflechtung zwischen den Geschäftsführern und der Stadt, für die sie gleichzeitig arbeiteten. Torben Busse (CDU) sagte, dass seine Fraktion sich voll hinter die Beschäftigten der Stadt stelle, die im Auftrag der Stadt gehandelt hätten. 

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