Gelebte Demokratie

Mehr als 900 Demonstranten in Hofgeismar setzten ein Zeichen gegen Gewalt

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Gemeinsamer Protest: Schüler verschiedener Jahrgänge demonstrierten gemeinsam mit Vertretern von Vereinen, Behörden, Politik, Unternehmen und Bürgern für Vielfalt.

Zu einem Beweis für gelebte Demokratie und einem deutlichen Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass wurde am Freitag die große Demonstration gegen Rechts in Hofgeismar.

Mehr als 900 Personen nahmen daran teil. Zu einem Beweis für gelebte Demokratie und einem deutlichen Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass wurde am Freitag die große Demonstration gegen Rechts, an der in Hofgeismar mehr als 900 Personen teilnahmen. Die Schulen, die Stadt und die Kirchen hatten zu der Kundgebung aufgerufen, an der junge Leute ebenso teilnahmen wie viele Erwachsene.

Ein „Willkommen“ in sieben Sprachen, Ansprachen auf Deutsch und Türkisch, ein Tanzauftritt von Bewohnern der Baunataler Diakonie und viele Plakate gegen Gewalt und für Menschlichkeit machten deutlich, dass die Teilnehmer sich hinter die Vielfalt der Kulturen in Hofgeismar, in Hessen und weltweit stellen.

Solche Veranstaltungen seien nötig

Allein in Hofgeismar leben derzeit Menschen aus 75 verschiedenen Nationen friedlich miteinander, und das teilweise seit Jahrzehnten, betonte Bürgermeister Markus Mannsbarth. Das was gerade passiere, ein Enthemmen und Salonfähigmachen von rechtem Gedankengut, betreffe uns alle, denn es sei ein Angriff auf unsere Demokratie, sagte Mannsbarth weiter. Gerade vor dem tödlichen Anschlag von Hanau seien Veranstaltungen wie diese dringend nötig, um zu zeigen, dass für Extremismus jedweder Art und für Rassismus und Populismus kein Finger breit Platz in Hofgeismar sei. Den Luxus, nichts zu tun, könne man sich nicht mehr leisten: „Wir alle haben die Pflicht, unser Land und unsere Stadt lebenswert zu erhalten, frei von Extremismus und Gewalt.“

Zum Mitgefühl mit den Opfern des Hanauer Anschlags rief Dekan Wolfgang Heinicke zu einer Minute des stillen Gebets und Nachdenkens auf. Voraussetzung für Frieden sei, dass die Menschen verstehen, dass sie verschieden sind: „Wenn wir alle gleich wären, was wäre das für eine Welt“.

Klare Meinung: Die Demonstranten zeigten viele Plakate, darunter: „Frieden ist, wenn die Hautfarbe egal ist“, „Unsere Nationalität: Mensch“ und „Rassisten sind blöd“.

Christoph Schwab als Leiter der Gesamtschule GHS erinnerte an den Artikel 1 des Grundgesetzes, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, der auch im Unterricht behandelt wurde. Von der Gustav-Heinemann-Schule nahmen mehr als 600 Schüler teil, dazu weitere der Albert-Schweitzer-, Herwig-Blankertz- und Käthe-Kollwitz-Schule. Die Schüler betonten in Redebeiträgen und auf Plakaten, dass sie Rassismus und Ausgrenzung im Alltag nicht tolerieren.

Imam Ramazan Cayirpiner der Moscheegemeinde Hofgeismar unterstrich, dass die Religion aufrufe, in Frieden zu leben: „Es liegt an uns, die Welt zu einer Oase zu machen, in der man frei und friedlich zusammen leben kann.“

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