Aktivisten wollen sich für die Tiere einsetzen

Mehr bedrohte Vögel im Reinhardswald gezählt

Rote Milan bei Hombressen Foto: Hassenpflug/nh

Reinhardswald. Die Bürgerinitiativen aus dem Reinhardswald sehen wesentlich mehr Konfliktpotenzial zwischen bedrohten Vogelarten und der Planung von Windkraftanlagen als bisher.

Sie haben nun die Ergebnisse ihrer Vogelbeobachtungen vorgelegt. Vom Regierungspräsidium (RP) Kassel gibt es dafür Lob.

Laut den Bürgerinitiativen gibt es mindestens 26 bisher unbekannte Brutvorkommen von Schwarzstörchen und Greifvögeln, die durch geplante Windkraftflächen gefährdet wären. Das sei bislang nicht bei der Windkraftplanung berücksichtigt worden.

Die Kartierungen erfolgten laut dem Bürgerbündnis Kantiger Tisch im Zeitraum vom Frühjahr 2014 bis Frühjahr 2015 und würden kontinuierlich fortgesetzt. Die Aktivisten betonen, dass ihre Untersuchungen gerichtsfest sind: „Die Erhebungen erfolgten unter Einsatz von GPS-Geräten. Fotos, Tagesprotokolle sowie Kartenmaterial dokumentieren die Ergebnisse, die zentral hinterlegt sind.“ Zudem habe es Schulungen durch Schwarzstorchexperten und Vogelgutachter gegeben.

Die Aktivisten wollen somit auch verhindern, dass Horste entfernt werden: „Jeder entfernte Horst wird unverzüglich eine Strafanzeige nach sich ziehen“, sagt die Sprecherin des Kantigen Tisches, Gabriele Niehaus-Uebel. Damit liege man auf einer Linie, sagt RP-Sprecher Michael Conrad. Bei der Kartierung durch die Bürgerinitiativen handele es sich offenbar „um eine qualifizierte Stellungnahme“. Das Verfahren - mit dem gerade die Windkraftplanung erfolgt - sei da, um genau solche Stellungnahmen zu bekommen.

Die Aktivisten werfen dem RP vor, bei der Windkraftplanung bisher mit veralteten Informationen zu arbeiten. Ob das so sei, werde man prüfen, sagte Conrad.

Unterdessen wehrt sich die Stadt Hann. Münden gegen die Pläne, nahe der Tillyschanze Windräder zu bauen.

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