Mehr Fernverkehrszüge für Hofgeismar - Start Ende 2018 geplant

Rhein-Ruhr-Express: Stadtverordnete stimmten für Bahnsteig-Umbau

Derzeit einzige Verbindung nach Westen: Die Eurobahn beim Halt in Hofgeismar. Archivfoto: Thiele

Hofgeismar. Der Bahnhof in Hofgeismar soll ab 2018 Haltepunkt für den neuen Rhein-Ruhr-Express zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Düsseldorf werden.

Die Weichen dafür haben die Hofgeismarer Stadtverordneten am Montagabend gestellt. Sie stimmten mit großer Mehrheit dafür, dass der Magistrat zunächst mit dem NVV und der Deutschen Bahn einen Planungs- und Finanzierungsvertrag schließt zum Umbau des Hofgeismarer Bahnsteigs.

Der wird nötig, weil das RRX-Netz neue Standards für die Halte vorgibt. Die Stadt muss bei dem Eine-Million-Euro-Projekt 100 000 Euro von den Planungskosten und 120 000 Euro von den Baukosten übernehmen. Die Stadtverordneten stimmten mit 24 Ja-Stimmen der SPD und CDU für die Bahnsteigerhöhung bei einer Enthaltung der FDP und fünf Nein aus den Reihen von CDU und WSD. Im Ausschuss hatte es noch fünf Ja und sechs Enthaltungen gegeben.

Lesen Sie auch:

- Nordhessen profitiert von Großprojekt an Rhein und Ruhr

- Halt des Rhein-Ruhr-Express' in Hofgeismar: Wirkung über Stadt hinaus

Der Beschluss erfolgte quasi im letzten Moment, denn wenn der Bahnsteig nicht zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 fertig ist, können die RRX-Züge dort nicht halten und es besteht laut NVV die Gefahr, dass die Fahrzeiten anders verplant werden und Hofgeismar nicht mehr berücksichtigt wird. Im Juli wollte die SPD-Fraktion das Projekt schon einmal auf den Weg bringen, doch mit einer Stimme Mehrheit von CDU und WSD wurde beschlossen, zunächst noch einmal Einsparmöglichkeiten zu suchen.

Einmalige Chance 

Burghard Wagner (SPD) verwies am Montag darauf, dass sich die einmalige Chance biete, Hofgeismar als Knotenpunkt und im Landkreis Kassel einzigen Fernverkehrshalt nach Westen auszubauen. Man könne ohne Umsteigen in drei Stunden am Rhein sein.

Dr. Christian Knoche signalisierte die erneute Zustimmung der Linken und meinte, dass 800 bis 1000 Ein- und Ausstiege pro Tag realistisch sein könnten. Verkehr sei eine öffentliche Aufgabe und eine Riesenchance gerade mit Blick auf Sababurg und Evangelische Akademie. Die Bahnverbindungen von Hofgeismar nach Frankfurt seien derzeit gut, doch in Richtung Westen sehr schlecht. Die Kritik der WSD, warum man in fremdes Eigentum (der Bahn) investieren solle, sei zu kurz gedacht.

Gotthard Brand (CDU) sagte, dass noch einige Fragen ungeklärt seien, dass man aber die Chance nutzen müsse statt dem Zug hinterherzusehen. Er stimme den ersten 45 000 Euro für die Planung zähneknirschend zu. Eine Prognose über die Verkehrsentwicklung sei schwierig, doch es sei den Versuch wert.

Stefan Dworak (WSD) bezweifelte dagegen den Bedarf an zusätzlichen Verbindungen, seine Fraktionskollegin Elke Hennings hatte sogar eine Woche lang die aktuellen Fahrgäste Richtung Nordrhein-Westfalen gezählt.

Wenn das RRX-Projekt 2018 startet, soll es mindestens bis 2033 Bestand haben.

Bahnsteig zu niedrig 

Der jetzige Bahnsteig in Hofgeismar muss für den RRX-Halt in einem Teilbereich um 38 Zentimeter erhöht werden. Derzeit ist der Bahnsteig so ausgelegt, dass Fahrgäste höhengleich in die Regiotrams des NVV mit ihren Niederflur-Chassis einsteigen können. Bei den künftigen RRX-Bahnen jedoch liegen die Einstiege 38 Zentimeter höher. Dafür muss der Bahnsteig auf etwa 100 Meter Länge angepasst werden, weil der Unterschied sonst für Fahrgäste mit Gepäck, Rollatoren oder Kinderwagen nicht zu bewältigen ist. Normale Treppenstufen habe eine Höhe von 20 Zentimeter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.