Finanzausgleich: Mehr Geld für alle Gemeinden im Kreisteil

Hofgeismar. Alle Städte und Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar profitieren vom neuen Finanzverteilungssystem des Landes Hessen.

Sie bekommen 2016 mehr Geld als nach der alten Rechtslage. Spitzenreiter ist Hofgeismar mit 1,31 Millionen Euro, gefolgt von Calden mit 570 000 Euro. Das ist das Ergebnis des neuen Kommunalen Finanzausgleichs (KFA).

In Calden hängt die Entwicklung auch maßgeblich mit den Flüchtlingen zusammen: Die Gemeinde bekommt einen erheblichen Sonderzuschlag von 472 000 Euro aus einem Topf von 25 Millionen Euro, den das Land für die Kommunen mit besonders vielen Flüchtlingen bereitstellt.

„Wir müssen sehen, inwieweit das Geld auskömmlich ist“, sagt Caldens Bürgermeister Mackewitz. Die Gemeinde habe durch die Flüchtlinge umfangreiche Ausgaben „seitens Personal und Infrastruktur“. Und in den nächsten Monaten kämen noch Kosten für den Winterdienst am Flugplatz hinzu.

Als einzige weitere Kommune im Kreisteil bekommt Hofgeismar Geld für Flüchtlinge: 80.000 Euro. Das Geld sei nicht zweckgebunden, sondern eine Art Entschädigung, sagte Bürgermeister Markus Mannsbarth. Daher werde die Stadt erst abwarten, was kostenmäßig wegen der Flüchtlinge auf sie zukommt und dann über das Geld entscheiden.

Der neue Kommunale Finanzausgleich soll sich mehr am Bedarf der Gemeinden orientieren. Doch was erstaunlich ist: Ausgerechnet die ärmste Stadt der Nordspitze, Bad Karlshafen, bekommt nicht viel mehr Geld. Mit 116.000 Euro zusätzlich liegt die Stadt im Mittelfeld.

Das teilen sich die Karlshafener mit Reinhardshagen (200.000 Euro), Liebenau (112.000 Euro), Oberweser (101.000 Euro) und Immenhausen (102.000 Euro). Schlusslichter sind Wahlsburg, Trendelburg und Grebenstein mit je rund 60.000 Euro mehr. Die ersten Reaktionen in den Rathäusern waren positiv, nicht euphorisch: „Das Geld ist im Prinzip schon wieder weg“, sagt Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor. Das liege daran, dass für die Kindergartenbetreuung wegen der neuen Tarifabschlüsse mehr Geld gezahlt werden müsse. Für Grebenstein heiße das konkret: „40.000 Euro sind für diese zusätzlichen Kosten eingeplant“, sagt Sutor. „Trotzdem sind wir natürlich froh über das Geld.“ 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.