SPD beantragt Sondersitzung des Parlaments

350 Menschen demonstrierten gegen weitere Märkte in Hofgeismar

350 Menschen demonstierten gegen weitere Märkte in Hofgeismar
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350 Menschen demonstierten gegen weitere Märkte in Hofgeismar

Hofgeismar. Etwa 350 Menschen haben am Samstagvormittag mit einem Protestzug durch die Innenstadt gegen die Ansiedlung weiterer Einkaufsmärkte in Hofgeismar demonstriert.

Unter ihnen zahlreiche Angestellte in Supermärkten und Beschäftigte des Einzelhandels. Auf Transparenten und Spruchbändern forderten sie die Kommunalpolitiker auf, den Bau eines Netto-Marktes auf dem ehemaligen Binder-Gelände zu verhindern.

Auch sollen sie die Errichtung eines Takko-Marktes und einer Drogerie an der Industriestraße unterbinden. Ihre Kritik richteten die Demonstranten vor allem an Bürgermeister Heinrich Sattler. Er hatte am vergangenen Montag unter dem massiven Druck von Kaufleuten einen Antrag des Magistrats auf Änderung des Bebauungsplanes zurückgezogen.

Seine Begründung: Es gäbe noch Gesprächsbedarf. Aufgerufen zu der Protest-Veranstaltung hatte die SPD. Die hat inzwischen die erforderliche Zahl an Unterschriften beisammen, um eine Sondersitzung der Stadtverordneten einzuberufen. Die Sozialdemokraten wollen durchsetzen, dass das ehemalige Binder-Gelände für den Einzelhandel tabu bleibt.

Diese außerordentliche Versammlung muss vor dem 9. März abgehalten werden. Denn an diesem Tag läuft die Veränderungssperre über das ehemalige Binder-Gelände ab. Und ohne einen neuen Beschluss würde der alte Bebauungsplan von 1970 wieder seine Gültigkeit erlangen und der Eigentümer könnte auf der Fläche jedes Gewerbe betreiben, auch einen Supermarkt.

Vorm Rathaus schwor SPD-Fraktionchef Frank Nikutta die Demonstranten darauf ein, gemeinsam gegen die Ansiedlung weiterer Märkte Sturm zu laufen. "Eine Demonstration wie heute hat es in Hofgeismar noch nie gegeben." Die Teilnehmer der Kundgebung forderte er auf, ebenso zahlreich zur Sondersitzung des Parlaments zu erscheinen, für deren Stattfinden er den 8. März vorgeschlagen hat.

Frühzeitig habe sich seine Fraktion um die gewerbliche Entwicklung der Stadt gekümmert. Sie habe gedrängt, bei der Stadt eine Stelle einzurichten für Stadtmarketing und Citymanagement. Experten von Industrie- und Handelskammer, vom Einzelhandelsverband Nordhessen und dem Gewerbeverein hätten stärker eingebunden werden müssen. Ein zukunftsfähiges Konzept für die Stadtentwicklung müsse her.

Ziel müsse sein, die Innenstadt und die ansässigen Gewerbetreibenden und Einzelhändler zu stärken. Mit Pfiffen und Applaus goutierten die Demonstranten die Kampfansage Nikuttas. In der Innenstadt sorgte der Menschenauflauf für einiges Aufsehen. Zahlreiche Passanten nickten anerkennend, als die Protestler mit Trillerpfeifen und Spruchbändern an ihnen vorüber zogen. Einer fasste es in dem Satz zusammen: "Endlich tut sich hier mal was."(ant)

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