Mietpreise im Kreis Kassel

Mietpreise: Wohnungen in Calden, Immenhausen und Grebenstein teurer

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Menschen im Kasseler Speckgürtel – Calden, Immenhausen und Grebenstein – zahlen für die Nutzung einer Wohnung mehr als Mieter in Wahlsburg oder Bad Karlshafen. So sehen die Mietpreise im Kreisteil aus. 

Die Nähe zu Kassel und die Qualität der Infrastruktur sind die maßgeblichen Stellschrauben, über die die Höhe der Kaltmieten justiert wird. 

Und die ehemalige Kreisstadt Hofgeismar lockt mit ihrer guten Infrastruktur – Schulen, Einkauf, ärztliche Versorgung – die Mieter an. Insofern sind die von empirica-systeme ermittelten Zahlen nicht überraschend. Dass die Kaltmiete in Immenhausen aber höher als in Hofgeismar ist, verwundert doch. Die Erklärung jedoch liegt auf der Hand: Die Zahlen betreffen die Großgemeinde. Und in Hofgeismar ziehen die mittleren Mieten in den kleineren Ortsteilen den Schnitt deutlich nach unten. In Immenhausen sind die Kernstadt und der Ortsteil Holzhausen hingegen gut an Kassel angebunden – und im verkehrsmäßig weniger gut erschlossenen Ortsteil Mariendorf gibt es kaum Mietwohnungen. „Fast alle dort haben Wohneigentum“, weiß Lars Obermann von der Stadtverwaltung.

Während in 28 Kommunen des Landkreises die Mietpreise in den vergangenen vier Jahren stiegen, gingen sie in Trendelburg leicht zurück. Bürgermeister Martin Lange kann sich dies nur schwer erklären. „Von der Infrastruktur sind wir gut aufgestellt.“ Möglicherweise sei der Vergleich der beiden Jahre nur ein statistischer Ausreißer.

Mit Ausnahme von Immenhausen stiegen die Preise in den anderen Kommunen bei Neuvermietungen meist moderat an, im Schnitt um etwa zwei Prozent im Jahr.

Dass die Steigerung so gering ausfiel, schreibt sich unter anderem die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft in Hofgeismar (Gewobag) auf die Fahnen. Mit 945 Wohnungen ist die Gewobag der größte Vermieter im Kreisteil. „Wir haben die Mietpreisspirale nicht mitgemacht und sind deshalb die beste Mietpreisbremse in den Gemeinden, in denen wir Wohnungen haben“, sagt das geschäftsführende Vorstandsmitglied Christoph Beutekamp.

Die Durchschnittsmiete der Gewobag liegt bei 4,60 Euro. Bei Neubauten verlange man sieben Euro. Dass die Preise für Neubauten deutlich höher als für Bestandswohnungen sind, sei leicht zu erklären, sagt Beutekamp. „Die Baukosten sind deutlich höher als früher.“ Mindestens 2200 Euro pro Quadratmeter müssten bereitgestellt werden.

Nachfrage nach kleineren Wohnungen steigt

Dass die Mieten höher seien, wäre selbstverständlich. Doch die Kaltmiete allein sei nicht alles: „Bei Neubauten sind die Nebenkosten viel geringer“, meint er. Die Häuser und Wohnungen sind energetisch viel effektiver.

Doch der Großteil der Wohnungen der Gewobag sind Bestandswohnungen. Über die Hälfte der 945 Wohnungen bietet sie in Hofgeismar an. Aktiv ist sie außerdem noch in Reinhardshagen (40 Wohnungen), Bad Karlshafen (knapp 100), Immenhausen (120) und Grebenstein (80).

Die beiden zuletzt genannten Städte entlasten auch mit ihren städtischen Wohnungen den Markt. „Wir verlangen zwischen 3,50 und 4,60 Euro Miete pro Quadratmeter“ sagt Immenhausens Kämmerer Lars Obermann. Unter dem Ortsmittel ist auch die Miete bei den etwa 70 städtischen Wohnungen in Grebenstein. Der Preis hänge stark vom Zustand der einzelnen Objekte ab, sagt Bürgermeister Danny Sutor. Ein Trend, der in den vergangenen Jahren stärker wurde: Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen steige.

Ansonsten aber gilt in Grebenstein wie auch in den anderen Orten im ländlichen Raum: Viele suchen nach Wohneigentum. Das gilt mit als die beste Altersversorgung – und befreit von der Sorge um Mietpreiserhöhung. Foto: Thiele/Henke/Stehr

Eine interaktive Karte mit den mittleren Preisen für Wohnungsmieten in allen Gemeinden unseres Verbreitungsgebiets finden Sie in dieser Übersicht.

So wurden die Daten erhoben

Die angegebenen Mietpreise speisen sich nach Angaben der empirica-systeme GmbH aus einer kontinuierlichen und flächendeckenden Erhebung von Inseraten privater, gewerblicher, öffentlicher und geförderter Immobilienmarktakteure aus allen öffentlich verfügbaren Quellen in Internet- und Printmedien. In Stichproben werden hochwertige Neubauwohnungen ebenso wie unsanierte Altbaubestände erfasst.

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