Polizei kontrollierte an zwei Stellen

Mit dem Laser gegen Raser: Wenig Verstöße beim Speedmarathon im Kreisteil Hofgeismar

Ein Polizist mit Laserpistole bei einer Verkehrskontrolle in Hofgeismar
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Bei der Kontrolle: Am Anger in Hofgeismar wurden 72 Fahrzeuge gemessen. Zehn Fahrer waren zu schnell unterwegs. Allerdings gab es lediglich Verwarngelder, keinen Entzug der Fahrerlaubnis.

Auch im Kreisteil Hofgeismar war die Polizei am gestrigen Mittwoch mal wieder Temposündern auf der Spur. Vier Stunden lang maßen die Beamten beim Speedmarathon die Geschwindigkeit von Fahrzeugen.

Kreisteil Hofgeismar - Morgens waren sie an der Kreisstraße zwischen Holzhausen und Reinhardshagen anzutreffen, am Nachmittag dann Am Anger in Hofgeismar.

„Für die Kreisstraße haben wir uns entschieden, da hier vermehrt Wildunfälle auftreten“, sagte Polizeihauptkommissar Ralf Hoose, „und für die Straße in Hofgeismar wegen des dortigen Kindergartens.“ Dass die Geschwindigkeitskontrollen Sinn machten, obwohl sie ja angekündigt waren, davon sind Hoose und seine Kollegen überzeugt: „Heute geht es uns darum, den Leuten bewusst zu machen, wie wichtig es ist, ein angemessenes Tempo einzuhalten“, erklärte Polizeioberkommissar Guido Rolwes.

Denn überhöhte Geschwindigkeiten sorgten für die meisten Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen. Konkret waren es laut der Polizei allein 205 Tote in Hessen im vergangenen Jahr. Dass langsameres Fahren Leben retten kann, machten die Beamten an einem Beispiel deutlich: „Bei einer Geschwindigkeit von 65 Stundenkilometern sterben acht von zehn Fußgänger bei einer Kollision mit einem Pkw, während bei Tempo 50 acht von zehn Fußgänger überleben.“

Grundsätzlich waren die Polizisten recht zufrieden bei ihren Kontrollen, denn die meisten Verkehrsteilnehmer fuhren nach Vorschrift, es wurden nur Verwarngelder verhängt und keine Fahrverbote ausgesprochen.

Den ein oder anderen erwischte es allerdings auch, wie etwa Uwe Knüppel aus Reinhardshagen, der mit 96 km/h die Kreisstraße nach Holzhausen entlangfuhr, obwohl dort nur 80 km/h erlaubt sind. „Da es eine gerade Piste ist, ich auch noch bergab fuhr und wenig los war, habe ich das Tempo aus den Augen verloren“, berichtete der Reinhardshäger.

Eigentlich habe er ja gewusst, dass vielerorts die Geschwindigkeit kontrolliert würde, daran aber einfach nicht mehr gedacht. 20 Euro musste er für seinen Verstoß berappen – eine Strafe an der er nichts auszusetzen hatte. Schließlich sei es ja seine eigne Schuld gewesen, wie er bemerkte. Auch andere, die zu zügig unterwegs im Waldgebiet waren, verstrickten die Beamten in keine größeren Diskussionen, legten bereitwillig ihre Papiere vor, blieben höflich und zahlten meist sogar gleich das Bußgeld.

Ganz ähnlich verhielten sich die Autofahrer auch im innerstädtischen Bereich, wo ebenso alles ruhig ablief. Neben überhöhtem Tempo gab es ansonsten lediglich einen Fahrer, der sich nicht angeschnallt hatte und dafür zur Kasse gebeten wurde.

Wegen der Pandemie fand der Speedmarathon vergangenes Jahr nicht statt. Diesmal wurde an 37 Stellen in Nordhessen kontrolliert. Überwiegend wurden dabei Blitzgeräte eingesetzt.

In Hofgeismar nahmen die Polizisten die Messungen mit einer Laserpistole vor. Diese kann 900 Meter weit entfernte Fahrzeuge messen. (Tanja Temme)

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