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Mit Fischschuppen ins Jahr 2023: Silvesterbräuche aus unterschiedlichen Ländern

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Von: Tanja Temme

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Seine Schuppen bringen Glück: Tobias Dworak verkauft auch für den Silvesterschmaus viele Karpfen. Nicht wenige seiner Kunden fragen gezielt nach den Schuppen des Fisches, sollen sie doch Glück und Geldsegen bringen.
Seine Schuppen bringen Glück: Tobias Dworak verkauft auch für den Silvesterschmaus viele Karpfen. Nicht wenige seiner Kunden fragen gezielt nach den Schuppen des Fisches, sollen sie doch Glück und Geldsegen bringen. © Temme, Tanja

Menschen aus dem Kreisteil Hofgeismar berichten über ihre liebsten Silvesterbräuche. Je nach Land können diese variieren.

Hofgeismar – Es gibt leckeres Essen, beim Bleigießen wird gemeinsam in die Zukunft geschaut und man verbringt den Abend im Kreis von Familie und Freunden. Um Mitternacht werden dann Raketen entzündet und mit Sekt angestoßen. So läuft die Silvesternacht wohl meistens ab.

Wir wollten wissen, wie in anderen Ländern der letzte Tag des Jahres begangen wird, und fragten deshalb bei Menschen unterschiedlicher Herkunft nach.

Die Rote Unterwäsche

„Am Silvesterabend tragen viele Italiener rote Unterwäsche – und zwar Männer und Frauen“, berichtet Paulo Mandolini aus Hofgeismar über seine Heimat Italien. Das solle Glück, aber vor allem Glück in der Liebe bringen, schmunzelt er.

Gefeiert wird zuhause oder im Restaurant, wobei „überall ein Festmahl auf den Tisch kommt“.

Wie in Deutschland gibt es um 24 Uhr ein Feuerwerk und die Sektkorken knallen. Sich dann etwas Sekt hinters Ohr zu streichen, soll außerdem Glück bringen. Manch einer verzehrt nach Mitternacht auch noch ein Linsengericht, was Geldsegen bringen könnte.

Der Mitternachtsmann

Auch in England gibt es in der Silvesternacht einen Brauch, der „für ein gutes neues Jahr sorgen soll“, wie Kirk Cunliffe aus Niedermeiser erzählt. „Nach Mitternacht geht ein Mann – am besten ein dunkelhaariger – durch die Hintertür raus und kommt zur Haustür mit Brot, Münzen und Kohle wieder herein.“

Traditionell würde nach dem Jahreswechsel das Lied „Auld lang Syne“ angestimmt, wofür man sich im Kreis aufstelle. Im Gegensatz zu Deutschland wird auf der Insel kein Feuerwerk öffentlich verkauft, „das übernehmen bei uns andere, denn Feuerwerk gibt es natürlich auch.“

Zwölf Weintrauben

Einen besonderen Brauch gibt es in Portugal, dort werden in den letzten Sekunden vorm Jahreswechsel zwölf Weintrauben verzehrt, wie Paulo da Costa aus Immenhausen erklärt. „Einige meinen, dass das für die zwölf kommenden Monate steht, andere meinen, dass man es macht, weil um Mitternacht die Uhren zwölfmal schlagen.“

Mit Weintrauben ins neue Jahr: Paulo da Costa aus Immenhausen ist in Portugal geboren. An Silvester isst er um Mitternacht zwölf Weintrauben, ebenso wie es viele Portugiesen tun.
Mit Weintrauben ins neue Jahr: Paulo da Costa aus Immenhausen ist in Portugal geboren. An Silvester isst er um Mitternacht zwölf Weintrauben, ebenso wie es viele Portugiesen tun. © Tanja Temme

Eine weitere Tradition ist es, um Mitternacht Geld in der Hand zu halten oder es in den eigenen Hauseingang zu werfen, dabei dreimal auf einem Bein zu hopsen und obendrein noch ein Glas Sekt zu halten.

Verpönt ist es übrigens, Geflügel am Silvesterabend zu verspeisen, meint ein Aberglaube doch, dass das Geld wegfliegen könne. Wichtig ist laut des Immenhäusers für die Portugiesen auch zum Jahreswechsel neue Unterwäsche zu tragen, die je nach Farbe für etwas anderes steht.

Gemeinsame Feiern

Mit vielen Menschen zusammen das neue Jahr zu begrüßen, ist im Irak Tradition, wie Husham Al-Bano aus Hombressen weiß. „Bei uns zieht es die Menschen an Silvester in die Öffentlichkeit, man trifft sich auf Plätzen, um dort gemeinsam ausgiebig zu feiern.“

So gebe es etwa vielerorts Konzerte von bekannten Musikern, entlang der Straßen könne man gutes Essen erwerben und überhaupt herrsche vielerorts Feierstimmung, ergänzte der 29-Jährige.

„Außerdem spielt die Religion an diesem Tag keine Rolle, alle haben zusammen eine gute Zeit.“ Bunt geschmückte Tannenbäume sollen laut des Hombressers überall im Land als typische Silvesterdekoration leuchten.

Die Karpfenschuppe

In Deutschland stehen übrigens zunehmend mehr Karpfen auf dem Speiseplan an Silvester. „Für viele ist es ein typisches Weihnachtsessen, aber auch am letzten Tag im Jahr kommt der Fisch gerne auf den Tisch“, meint Fischzüchter Tobias Dworak aus Wülmersen.

Viele seiner Kunden fragen dabei gezielt nach den glänzenden Schuppen des Karpfens. „Diese schenkt man guten Freunden, damit diese die Schuppen in ihrer Geldbörse aufbewahren.“

Denn diese bringen Glück und Segen und garantieren dafür, dass das Portemonnaie niemals leer sein wird, erläuterte Dworak. So sagt man es sich zumindest laut der Tradition. (Tanja Temme)

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