60 Stände zum Bummeln 

Mittelalter Spectaculum im Tierpark Sababurg bewegte die Massen

+
Auf dem Turnierplatz ging es an beiden Tagen mehrere Male rund: Hier rückten sich die Ritter mit Schwertern zu Leibe. Foto: Tanja Temme

Sababurg. 20.000 Besucher genossen das Mittelalter Spectaculum im Tierpark Sababurg. Mit Wikingerkarussell, Zauberei, Schwertkämpfen und Greifvogelschau hatte es für jeden etwas zu bieten.

Frauen mit Haube und langem Leinenkleid, Männer im Kettenhemd oder Gauklerkostüm trafen da auf Menschen in kurzen Hosen und T-Shirts. Zeit mussten die Besucher schon mitbringen, um das riesige Event in Gänze zu erfahren: Allein 60 Stände luden im Tierpark Sababurg zum Bummeln ein, boten Ledertaschen, Gewürze, Seifen oder Keramik an und verwöhnten die Gaumen mit Met und Spanferkel. Im großen Lagerbereich mit seinen mehr als 500 Darstellern glühten die Feuerstellen, man aß mit Holzlöffeln, saß auf Fellen und der ein oder andere zeigte als Lederer, Seiler oder Messerschleifer altes Handwerk. Und natürlich ertönten die Dudelsäcke gepaart mit dumpfen Paukenschläge von der Bühne aus über das gesamte Areal.

Zwischen Schwertern, Burgfräulein und glühendem Eisen passte man sich auch sprachlich an: Da wurde nach einer Aufführung um „Handgeklapper“ gebeten, vom Verkäufer „Silbergulden“ gefordert oder sich freundlich mit „Fahred den wohl“ verabschiedet. Dass ihr Hobby ein Spagat zwischen damals und heute ist, weiß auch Werner Fössing vom Weserbogen, einem Verein, der sich mittelalterlichem Leben verschrieben hat. „Auch wir haben Handys und Kühlboxen dabei, allerdings versuchen wir, dass diese nicht zu sehen sind“, erklärte der Holzmindener. 

Mittelalterliches Spectaculum im Tierpark Sababurg

 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme
 © Tanja Temme

Doch was macht den Reiz des Mittelalters eigentlich aus, warum schlüpfen erwachsene Menschen in die Rollen von Rittern, Hexen, Knechten und Mägden, verbringen ihre Freizeit ohne Luxus im Freien? „Hier sind wir Heiler, Kräuterfrauen oder Jäger und können ohne die übliche Technik, die mediale Überfrachtung unserer modernen Welt den Alltag hinter uns lassen“, verriet Fössing, der schon am Donnerstag mit seiner 20-köpfigen Sippe angereist war. Wie überall an den 45 Lagerstätten geht auch hier das Feuer nur selten aus, braucht man es doch für Speisen, Getränke und den Abwasch. „Wenn es mal nicht mehr brennt, kommen Zunder und Feuerstahl zum Einsatz.“ 

Spätestens nach ein paar Stunden Lagerleben hat der rauchige Geruch der Feuerstellen alles eingenommen. „Das ist auch ganz gut so, denn nach ein paar Tagen Katzenwäsche überdeckt dieser sämtliche Körpergerüche“, äußerte Andrea Galvagnini, die nebenan mit der Gefolgschaft von Arnswied campierte. Ab und an ins Mittelalter einzutauchen, möchte auch sie nicht mehr missen, denn „es ist eine absolute Entschleunigung, ein ganz anderes Leben wie daheim“. Vier bis fünfmal im Jahr gönnt sich die Kronenbergerin mit ihrem Mann diese Auszeit: „Da es mit viel Aufwand und Kosten verbunden ist, begrenzen wir uns darauf, allerdings gibt es mehrere Tausend mittelalterliche Veranstaltungen pro Jahr allein in Deutschland, sodass man immer die Möglichkeit dazu hat.“ 

Spaßvogel: Gaukler Marbun aus Augsburg machte allerlei Faxen mit den Gästen. Auch ein angeblich aufblasbares Tier hatte er bei seiner Schau im Gepäck.  

Bei bestem Wetter genossen so 20.000 Besucher eine Veranstaltung die mit Wikingerkarussell, Zauberei, Schwertkämpfen und Greifvogelschau für jeden etwas zu bieten hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.