Verkauf über das Internet

Möbeltrend: Turnpferd des TSV Hombressen wird zum Designerstück

+
Abschied vom Turnpferd: Heike Friedrich und Friedrich Hopf freuen sich, dass das Pauschenpferd in gute Hände kommt und sie dafür eine gute Summe erhalten haben.

Hombressen/München. Geräteturnen ist nicht jedermanns Sache. Ausgefallene Möbel haben schon mehr Anhänger. Davon profitiert nun ein altes Pauschenpferd des Hombresser Sportvereins.

Es zählt mittlerweile als schickes Designermöbelstück. „Irgendwann in den 60er-Jahren haben wir das Pferd angeschafft“, erinnert sich Friedrich Hopf, der als junger Mann gewagte Sprünge über das Turnpferd machte. Dieses hatten die Hombresser damals aus Hofgeismar bekommen, wo es zuvor in der Turnhalle am Reithagen zum Einsatz gekommen war.

Mit den Jahren wurde der einst so beliebte Männersport in Hombressen immer weniger. Seit gut 30 Jahren stehe das Pferd nur noch in der Ecke, erklärt der 79-Jährige. Grund dafür ist nicht nur das geringe Interesse am Turnen, sondern auch Sicherheitsbestimmungen, die eine Nutzung längst unmöglich gemacht haben.

Einfach und schick: Stefan Göke-Wagenpfeil hat mehrere alte Turngeräte als Möbel in seiner Wohnung. So steht ein Pauschenpferd in seinem Schlafzimmer.

Beim Aufräumen im Herbst kam das Pauschenpferd mal wieder zur Sprache: „Es sei schwer, sperrig und nehme einfach zu viel Platz weg, war die Meinung einiger Mitglieder, die es zuerst auf den Sperrmüll packen wollten“, sagt Heike Friedrich, die derzeit den Verein führt. „Dass es dort landet, war nicht in meinem Sinn. Meine Idee war, eine nachhaltige Nutzung anzustreben.“ Da die Hombresserin wusste, dass aus alten Sportgeräten extravagantes Inventar gemacht wird, entschloss sie sich dazu, das TSV-Pferd im Internet zum Verkauf anzubieten. „Ganze vier Mal haben wir es vergebens versucht – irgendwie wollte niemand anbeißen.“ 

Schließlich meldete sich Stefan Göke-Wagenpfeil, ein Münchner, der eigentlich mit Silber handelt. „Ich habe schon zwei alte Böcke und zwei Pauschenpferde als Sitzmöbel in meiner Wohnung – dieses hier möchte ich in meine Galerie als Sitzgelegenheit stellen.“ Keine großen Veränderungen will der Händler an dem Pauschenpferd vornehmen, lediglich die Beine auf 65 Zentimeter kürzen lassen. Sogar die Griffe will er dran lassen, da sie völlig intakt sind. „So ein gut erhaltenes Stück habe ich selten gesehen, ich bin froh, es erworben zu haben. “

Dass das alte Turngerät, das wahrscheinlich aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammt, so gut in Schuss ist, liegt an der jahrelangen Pflege von Hopf. „Alle paar Jahre habe ich das Leder gefettet, deshalb sieht es noch immer top aus.“ Freudig gestimmt hat den neuen Besitzer außerdem, dass der Verein von den 650 Euro für das Gerät nun eine therapeutische Rollenrutschbahn für das Kinderturnen anschaffen konnte.

„Das hätten wir uns ansonsten nicht leisten können – so ist unser altes Pauschenpferd nun in guten Händen“, freut sich Friedrich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.