Dr. Mohamed-Ali ist neuer Hausarzt in Gieselwerder

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Hat die Praxis von Dr. Rolf Lindhorst übernommen: Husain Mohamed-Ali ist der neue Hausarzt in Gieselwerder. Der Arzt lebt mit seiner Familie in Kassel.

Gieselwerder. Dass der Allgemeinmediziner Dr. Rolf Lindhorst (70) das Ende seines Berufslebens erreicht hatte, stand schon lange fest. Doch die Suche nach einem Nachfolger war schwierig.

Am Ende brachte der Zufall Dr. Husain Mohamed-Ali nach Gieselwerder. Er hat nun Dr. Rolf Lindhorst als Hausarzt in dem Ortsteil von Oberweser abgelöst.

Mohamed-Ali war vor der Praxisübernahme Herzchirurg im Klinikum Kassel und Herz-Kreislaufzentrum Rotenburg an der Fulda. Einem Kollege erzählte er, dass er eine Hausarztpraxis im Raum Hann. Münden suche. Der Kollege kannte zwar keine freie Praxis im gewünschten Raum, jedoch in Gieselwerder. „Wir haben es mit Headhuntern versucht, wir haben mit der Kassenärztlichen Vereinigung probiert, einen Hausarzt zu finden“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Aber nichts hatte geklappt.

„Ich weiß nicht, was wir gemacht hätten, wenn Dr. Mohamed-Ali nicht nach Gieselwerder gekommen wäre“, sagt Oberwesers Bürgermeister Rüdiger Henne. „Wir haben mit der Wiederbesetztung der Praxis einen wesentlichen Bereich der Infrastruktur und ein Stück Lebensqualität in Oberweser gesichert.“

Stress war höher 

Mohamed-Ali lebt mit seiner Familie in Kassel. Die 45 Kilometer Strecke zur Arbeit nimmt er gern in Kauf. „Als ich mir die Praxis das erste Mal angeschaut habe, hat mein Bauchgefühl sofort gestimmt“, sagt der Arzt. „Ich habe jetzt genug operiert und möchte etwas anderes machen.“ Ein weiterer Gund für den Wechsel: Der Stress als Herzchirurg in einem Krankenhaus sei etwa zehnmal höher gewesen, als bei der Arbeit als Hausarzt. Auch von der Umgebung ist der Mohamed-Ali begeistert. „Die Natur, vor allem die Weser hat mich hierhergezogen“, sagt er. Er könne sich sogar vorstellen, mit seiner Familie in die Nähe von Oberweser zu ziehen.

Laut Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, wählen viele junge Mediziner eher den Weg in ein Krankenhaus. „Oft denken sie, dass es ein großer Stress ist, eine Praxis allein zu betreiben. „Die vermeintliche Stresssituation Landarztpraxis ist aber eigentlich gar keine“, sagt Kühlborn.

Der Trend wird laut der Kassenärztlichen Vereinigung sowieso zu Gemeinschaftspraxen gehen. „In Zukunft wird es nur noch wenige Alleinpraxen geben“, sagt Kühlborn.

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