Musiktheater Dingo blickte auf 600 Jahre Hofgeismar zurück

Streitgespräch: Peter Will als Jan Hus (auf der Kanzel) wird von Oswald von Wolkenstein (Jochen Faulhammer) in einem Schmählied diffamiert. Foto: G. Hoffmann 

Hofgeismar. Die Würfelturmsage kennt fast jeder in Hofgeismar. Doch was sind die Ursprünge der Sage und was geschah Anfang des 15. Jahrhunderts in Deutschland? Das Musiktheater Dingo führte mit dem Stück „Anno 1414“ zurück in die Zeit, in welcher der Hohe Chor der Neustädter Kirche entstand.

Hofgeismar war von der Pest verschont geblieben, die Belagerung der Truppen durch Hessen und Braunschweig ging relativ glimpflich vorüber und die Menschen hatten allen Grund, Gott zu danken: Der Hohe Chor der Neustädter Kirche entstand.

Gleichzeitig fand in Konstanz das Konzil statt, dass das Abendländische Schisma beenden und die Einheit der Kirche wieder herstellen sollte. Schließlich gab es zu diesem Zeitpunkt gleich drei amtierende Päpste.

Das Musiktheater Dingo nahm sich dieser spannenden Zeit vor sechshundert Jahren an. Anhand von musikalischen Berichten aus der Zeit sowie Erzählungen und Überlieferungen ließ Dingo die Geschichte lebendig werden. Bürger kamen zu Wort, der Reformator Jan Hus predigte und der Dichter Oswald von Wolkenstein diffamierte ihn in einem Schmählied.

Zwölf Lieder hatte Dr. Lothar Jahn zusammengestellt und arrangiert. Die Musikauswahl, ihre kraftvollen Darbietung durch das Musiktheater und die geschickte, stimmungsvolle Beleuchtung zogen das Publikum völlig in den Bann. Kaum einmal kam es zu Zwischenapplaus, zu groß war die atmosphärische Spannung in der Kirche. Doch am Ende des Abends geizten die Zuhörer nicht mit Lob und spendeten lang anhaltenden Beifall.

Von Gitta Hoffmann

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