Nabu informierte über Äpfel - Allergiker vertragen alte Sorten

Zugreifen: (von links) Heidi Schirmer, Beate Dieterle, Christiane Sasse (stellvertretende Vorsitzende des Nabu Hofgeismar) waren begeistert, was Marie-Luise Eickmeier-Ehrlich alles über Äpfel weiß. Fotos: Temme

Hofgeismar. Um das liebste Obst der Deutschen ging es vor kurzem im Hofgeismarer Brauhaus. Zu einer Apfelausstellung und -verkostung hatte der örtliche Naturschutzbund (Nabu) geladen, wobei alte Sorten dabei im Fokus standen.

Reichlich Naschen, aber auch viele Informationen rund um das gesunde Obst stand dabei auf dem abendfüllenden Programm.

50 Sorten hatte die Natur- und Landschaftsführerin Marie-Luise Eickmeier-Ehrlich für ihre Veranstaltung mitgebracht. Acht davon reichte sie zur Verkostung. Was für Eigenheiten die verschiedenen Sorten haben, dafür wollte Eickmeier-Ehrlich eingangs sensibilisieren.

Bitte kosten: Ingrid Wagner (links) und Sabine Heidelbach probieren hier eine der acht Apfelsorten, die gereicht wurden.

„Ist er mürbe, saftig oder mehlig“, fragte sie etwa in die Runde als der Gravensteiner gereicht wurde. Oder wollte beim Jakob Lebel wissen, ob er eher süß, fruchtig oder sauer sei. Doch nicht nur diese Merkmale sind für Pomologen entscheidend, um einen Apfel zu bestimmen, auch die Farbgebung, das Kerngehäuse oder der Kelch etwa geben Auskunft über die Sorte. Ob Kaiser Wilhelm, Goldparmäne oder Dülmer Herbstrosenapfel gereicht wurden - die Besucher griffen gerne zu und kamen schnell miteinander ins Gespräch, tauschten Wissen aus und nutzten die Chance, sich bei der Expertin Rat zu holen.

Da wurde beispielsweise auch das Thema Allergien angesprochen. „Gerade auf Äpfel reagieren viele Menschen allergisch“, erklärte die Apfelexpertin. Wer damit Probleme hätte, sollte eher zu alten Apfelsorten aus der Natur greifen, die in der Regel auch von Allergikern gut vertragen würden.

Bei Golden Delicious und anderen Supermarktapfelsorten seien die Gerb- und Bitterstoffe sowie die Polyphenole durch Zucht stark verringert worden, so dass diese süßer schmeckten und sich die Äpfel nicht braun verfärben. Diese Veränderungen könnten Unverträglichkeiten bewirken. „Meist finden wir im Supermarktregal sieben bis neun Sorten - bei uns in der Region habe ich bisher allein 70 alte Sorten bestimmen lassen.“

Eine weitere Besonderheit der Naturäpfel ist, dass jeder seine Zeit hat. „Supermarktäpfel schmecken das Jahr über immer gleich - bei alten Apfelsorten ist das anders, der eine schmeckt im Herbst, der andere erst im Winter.

Dass seit Jahrzehnten viele Obstbäume aus der Landschaft verschwunden sind, war ebenfalls Thema. „Die Spezialisierung auf einige Standardsorten hat den Verlust der genetischen Vielfalt bewirkt“, so Eickmeier-Ehrlich. Dem müsse man entgegenwirken, Obstbäume als wertvolle Kulturgüter sehen. Schließlich sind Obstbäume Lebensräume für Tiere und Pflanzen, bieten Windschutz, sind Erholungsraum und bereichern nicht zuletzt das Landschaftsbild.

Nachdem die rund 50 Teilnehmer einiges über die leckere Frucht erfahren hatten, gab es abschließend - wie könnte es anders sein - einen Bratapfel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.