Zehn Deutsche getötet

Nach Anschlag in Istanbul rechnen Reisebüros im Kreisteil mit Einbußen

Hofgeismar. Der Selbstmordanschlag eines 28-jährigen Mitglieds der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Dienstag in Istanbul könnte sich auch auf die Reisebranche auswirken.

Nachfragen bei Reisebüros aus dem Kreisteil Hofgeismar ergab ein gemischtes Bild.

Helga Schmidt, Inhaberin eines Reisebüros in Hofgeismar, denkt, dass sich die Buchungen in die Türkei kurzfristig verringern könnten. „Die nächsten zwei bis drei Wochen wird Istanbul erstmal vom Tisch sein. Aber die Menschen vergessen schnell und werden bald in die türkische Stadt reisen.“

Die Buchungen für Ägypten und Tunesien hätten sich in jüngster Zeit reduziert, bei der Türkei seien die Einbußen aber geringer. Es gebe viele Urlauber, die sagen: „Ob man nun in Köln, Barcelona oder Istanbul ist, macht keinen großen Unterschied. Das ist dann eben Schicksal, wenn dort etwas passiert.“ Dagegen stünden genauso viele Menschen, die ihren Urlaub zurzeit lieber in Spanien verbringen als in der Türkei oder in Ägypten.

Andreas Lange, Inhaber eines Reisebüros in Trendelburg, blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir verkaufen sowieso sehr selten Reisen nach Istanbul. Orte wie die türkische Riviera sind viel beliebter.“ Deshalb rechnet der Tourismuskenner mit keinen Einbrüchen bei Reisebuchungen in die Türkei. „Man kann das natürlich nicht mit Sicherheit voraussagen. Aber ich denke, dass Reisende ihren Urlaub weiterhin in der Türkei verbringen werden.“

Anders sieht dies eine Mitarbeitern des Reisebüros Sundheim. Natalia Samojlovic ist sich sicher, dass in Zukunft Reisen in die Türkei weniger beliebt werden. In jüngster Vergangenheit sei ein Rückgang der Buchungen in das Land schon spürbar gewesen. „Unsere Kunden reisen lieber nach Spanien, Bulgarien und Griechenland“, sagt Samojlovic. „Muslimische Länder sind allgemein zurzeit nicht mehr so beliebte Ziele.“ Istanbul sei sonst als Städtereise sehr gefragt gewesen. Urlauber, die in anderen Orten in der Türkei waren, hätten auch oft Ausflüge in die Stadt gemacht.

Auch jetzt sind Kunden des Reisebüros Sundheim in der Türkei. Glücklicherweise war keiner von Ihnen zurzeit des Anschlages in der Nähe des Tatorts.

Zur aktuellen Lagen in Istanbul können Sie sich in unserem Live-Ticker vom Mittwoch informieren.

Rubriklistenbild: © AFP

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