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Nach dem Tod von zwei Bibern bei Trendelburg wurde ein Schutzzaun errichtet

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Von: Natascha Terjung

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Arbeiteten zum Schutz des Bibers zusammen: (von links) Jakob Gruber vom Forstamt Reinhardshagen, Jan Schlieper vom Bauamt der Stadt Trendelburg, Ingolf Sachse vom BUND Kassel, Marco Lingemann von Hessen Mobil, Hans-Jürgen Schwabe, Vorsitzender des Nabu Hofgeismar, (vorne) Carolin Bräuer von der Oberen Naturschutzbehörde und Melanie Damm von der Unteren Naturschutzbehörde.
Arbeiteten zum Schutz des Bibers zusammen: (von links) Jakob Gruber vom Forstamt Reinhardshagen, Jan Schlieper vom Bauamt der Stadt Trendelburg, Ingolf Sachse vom BUND Kassel, Marco Lingemann von Hessen Mobil, Hans-Jürgen Schwabe, Vorsitzender des Nabu Hofgeismar, (vorne) Carolin Bräuer von der Oberen Naturschutzbehörde und Melanie Damm von der Unteren Naturschutzbehörde. © Natascha Terjung

Zwei Biber starben kürzlich infolge von Autounfällen auf der B83 zwischen Trendelburg und Deisel. Nun sollen die verbleibenden Biber besser geschützt werden.

Trendelburg – Die Diemel ist nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt, sondern auch Lebensraum für Tiere – unter anderem für den Biber, der entlang des Gewässers bei Trendelburg heimisch ist. Zwei der Diemel-Biber, ein ausgewachsenes Weibchen und ein Jungtier, starben im August kurz hintereinander infolge von Autounfällen auf der B 83 zwischen Trendelburg und Deisel, auch bei Bad-Sooden Allendorf kam es kürzlich zu einem Autounfall mit einem Biber. Wie es dazu kam, dass die Biber sich auf die Straße wagten, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Wegen dieses Vorfalls haben sich Hessen Forst, der Landkreis Kassel, das Regierungspräsidium, der Nabu Hofgeismar, Hessen Mobil und die Stadt Trendelburg zusammengetan, um die restlichen zwei Biber, die im Bereich der B83 an der Diemel leben, zu schützen: Unterhalb der Leitplanke haben Mitarbeiter des Bauamtes der Stadt Trendelburg jetzt einen etwa 125 Meter langen Drahtzaun gespannt. Doch warum überquerten innerhalb kürzester Zeit zwei Biber die Landstraße?

Mehr Schutz für Biber in Trendelburg: Verbände und Behörden arbeiten zusammen

„Der Grund war der Mais, der gegenüber der Diemel auf dem Feld wuchs. Die Biber hatten schlichtweg Hunger“, erklärt Jakob Gruber vom Forstamt Reinhardshagen. Diese Vermutung wurde auch dadurch gestützt, dass im Bau des Bibers Mais gefunden wurde. Da die Nagetiere in Familienverbünden leben, hat sich das Jungtier womöglich bei der Futtersuche am Muttertier orientiert.

Der Drahtzaun, den für 250 Euro das Regierungspräsidium stellte, soll die verbliebenen Nager nun davor bewahren, die Straße zu überqueren. Zusätzlich haben Ingolf Sachse vom Bund für Umwelt und Naturschutz Kassel (BUND) und Hans-Jürgen Schwabe vom Hofgeismarer Nabu die Biber gefüttert, damit sie sich nicht mehr den Mais vom Feld holen.

Doch damit nicht genug: Die Straßenverkehrsbehörde und Hessen Mobil kümmerten sich um ein Schild an der B 83, dass Autofahrer auf die Biber aufmerksam macht.

Der Drahtzaun zum Schutz der Biber ist ein Provisorium – weitere Maßnahmen sind geplant

Mit etwas Glück gelang es Ingolf Sachse, einen der Biber zu fotografieren.
Mit etwas Glück gelang es Ingolf Sachse, einen der Biber zu fotografieren. © Natascha Terjung

„Die Zusammenarbeit der Verbände und Behörden hat super funktioniert“, betont Ingolf Sachse. Auch Fleur-Chantal Tauber vom Landkreis Kassel freut sich über die schnelle und unbürokratische Lösung: „Es ist schön, wenn alle Räder ineinandergreifen.“

Der Drahtzaun ist aber nur ein Provisorium, erklärt Marco Lingemann von Hessen Mobil. „Wir brauchen eine langfristige und verkehrssichere Lösung.“ Eine Möglichkeit wäre laut Jakob Gruber, den Zaun weiter in Richtung Gewässer zu versetzen. Wie genau die Biber in und um Trendelburg noch besser geschützt werden können, dafür würden die Behörden und Verbände noch eine Lösung finden, betonte Tauber.

Der Biber ist schon länger wieder vermehrt an der Diemel heimisch, berichtet Hans-Jürgen Schwabe. Spuren der Tiere finden sich bis zur westfälischen Grenze bei Warburg. Biber sind gefährdet und bedürfen deshalb besonderem Schutz. Dafür ist zum einen das Forstamt zuständig, zum anderen kümmern sich Ehrenamtliche um die Beobachtung der Tiere. „Gibt es wichtige Beobachtungen oder Probleme mit den Tieren, kann man sich an uns wenden“, sagt Gruber. (Natascha Terjung)

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