Fragen und Antworten

Nach der Drogenrazzia in Hofgeismar: Heroin ist 100.000 Euro wert

+
Gefährliche Droge: In Deutschland gibt es jährlich pro Jahr zwischen 1000 und 1500 Drogentote. Bei der Hälfte der Fälle ist Heroin mit im Spiel.

Hofgeismar. In Hofgeismar gab es über Pfingsten vor allem ein Thema: die Drogenrazzia und eine weitere Festnahme am Samstag. Fragen und Antworten zum Stand der Ermittlungen:

In Fernsehkrimis hängen Drogengeschäfte und Prostitution oft zusammen. Gibt es in Hofgeismar diesen Zusammenhang?

Vermutlich nicht. Es gibt keine Hinweise auf Verbindungen zum Rotlichtmilieu, sagt die Polizei.

Neben Rauschgift und 50.000 Euro Bargeld wurden bei der Razzia vergangene Woche auch Autos sichergestellt. Warum?

Das sieht die Gesetzeslage so vor. Die Ermittler können Gegenstände unter bestimmten Voraussetzungen beschlagnahmen. Polizeisprecher Torsten Werner: „Autos, mit denen Straftaten begangen wurden, können eingezogen werden. Gleiches gilt, wenn sie mit Geld aus kriminellen Geschäften gekauft wurden.“

Werden im Zuge der Ermittlungen alle finanziellen Transaktionen der Täter in den vergangenen zehn Jahren unter die Lupe genommen?

Über den Zeitraum will sich die Polizei nicht äußern. Aber dass alle Geschäfte der Verdächtigen genauestens untersucht werden, ist polizeiliche Alltagsarbeit. Es geht dabei immer auch darum, ob Drogengeld reingewaschen wurde. Sollte die Ermittlungsbehörde zu diesem Ergebnis kommen, spiegelt es sich später in der Anklage wider.

Vier Männer wurden am Donnerstag festgenommen, drei sitzen in U-Haft, einer wurde freigelassen. Das sorgt in Hofgeismar für Spekulationen, dass es sich bei diesem um den Informanten handelt.

Für Untersuchungshaft gibt es feste Regeln. Die Höhe der zu erwartenden Strafe gehört dazu, und auch, ob Wiederholungs- Flucht- oder Verdunklungsgefahr besteht. Offenkundig lag bei einem der Männer keiner dieser Gründe vor, sagt Polizeisprecher Werner.

Neben 50.000 Euro wurden 2,1 Kilogramm Heroin sicher gestellt. Wieviel ist das auf dem Drogenmarkt wert?

Je nach Reinheit variiert der Wert. Im konkreten Fall geht man von rund 100.000 Euro aus.

In welchem der zehn durchsuchten Objekte in Hofgeismar wurde etwas gefunden?

Die Bewohner des in unserer Samstag-Ausgabe gezeigten Gebäudes sagen, bei ihnen sei nichts Illegales entdeckt worden. Aus grundsätzlichen Überlegungen nimmt die Polizei dazu keine Stellung. „Das machen wir generell nicht“, sagt Werner.

Am Samstag gab es in Hofgeismar eine Festnahme. Gibt es einen Zusammenhang?

Nein, sagt die Polizei. Da wurde ein 19-Jähriger aus Hofgeismar festgenommen, der gegen 16.40 Uhr mit einer Pistole in der Hand eine Tankstelle überfallen und 1000 Euro erbeutet haben soll. Der Mann war zu Fuß geflüchtet und dann in einen Wagen gestiegen. Der Tankstellenbesitzer verfolgte ihn unauffällig und notierte sich das Kfz-Zeichen. Mehrere Funkstreifenwagen waren dann im Einsatz. Der 19-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.