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Lothar Jahns begehrte Platte nach 45 Jahren in Amerika neu aufgelegt

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Von: Thomas Thiele

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Lothar Jahn hat, wie sein Vorbild Mike Oldfield, alle Instrumente selbst gespielt, es sind 43 (einige davon im Bild). Seine wieder auferstandene Aufnahme von 1977 erscheint in den USA neu auf CD und teilweise Vinyl.
Lothar Jahn hat, wie sein Vorbild Mike Oldfield, alle Instrumente selbst gespielt, es sind 43 (einige davon im Bild). Seine wieder auferstandene Aufnahme von 1977 erscheint in den USA neu auf CD und teilweise Vinyl. © Thomas Thiele

Eine über 45 Jahre alte Aufnahme des Hofgeismarer Musikers Lothar Jahn einen Fan in Spanien so begeisterte, dass es jetzt in zu einer erweiterten Neuauflage der Platte kam.

Hofgeismar – Die Musik im Stil des damals mit seinem Album „Tubular Bells“ („Röhrenglocken“) weltberühmt gewordenen Mike Oldfield begeisterte einen Musiksammler in Spanien so sehr, dass er Lothar Jahn überredete, die Platte neu herauszubringen.

Wiederauflage der Platte

Als Wiederauflage der alten Aufnahme und als komplett überarbeitete und erweiterte Neukomposition. Wie Oldfield auf seiner ersten Platte, mit der 1973 das Plattenlabel Virgin des späteren Milliardärs Sir Richard Branson startete, spielte auch Lothar Jahn damals wie auch jetzt bei der deutlich längeren Neuaufnahme fast alle Instrumente selber und mischte sie dann zusammen - immerhin 43 an der Zahl, wie er jetzt noch einmal nachzählte.

Doch der Reihe nach: Schon als Jugendlicher komponierte und spielte der 1957 geborene Lothar Jahn eigene Lieder, spielte in Deutsch-Rock-Bands, betreute Musical-Projekte und leitete das Rocktheater Dingo, das sich später auf Mittelaltermusik konzentrierte.

Als Fan des britischen Musikers Mike Oldfield, von dessen Platte „Tubular Bells“ einige Takte Einzug in die Filmmusik des „Exorzist“ fanden, war der Multiinstrumentalist Lothar Jahn so beeindruckt, dass er selbst 1975 etwa Ähnliches aufnahm. Eine ungewöhnliche Mischung zwischen Psychedelic, Folk und Kraut-Rock mit Sprachelementen und vielerlei akustischen Überraschungen. Die Texte waren beeinflusst vom Erlebnis einer unglücklich beendete Liebe des 18-Jährigen. Sein Werk „February 1975“ setzte er aus vielen Einzelaufnahmen zusammen, ergänzt um Frauengesang und Flöten.

1977 erschien die Single

1977 erschien das Neun-Minuten-Stück als Single. Das brachte ihm viel Anerkennung ein und in der auch bei Schülern beliebten Hofgeismarer Stammkneipe bei Manni Pietsch lief die Platte in der Musikbox.

Über all seinen anderen Projekten verlor Lothar Jahn die Platte etwas aus den Augen bis sie der spanische Vinyl-Sammler Ramón Piserra entdeckte, dem besonders die Flötenklänge und die spanische Gitarre gefielen.

Im Lockdown kamen die alten Ideen

Er ermutigte den zunächst gar nicht begeisterten Musiker, eine deutlich erweiterte Neufassung aufzunehmen. In den düsteren Lockdown-Tagen beschäftigte sich Jahn erneut mit seinen alten Ideen und fand dann Gefallen daran. Wiederum setzte er auf handgemachte Musik, wo man hört, was die Finger machen.

Mit Instrumenten aus vielen Epochen und Regionen, wie Akkordeon, Vibraphon und Konzertflügel, aber auch maurischer Laute, Dulcimer und Geyerleier schuf er eine ideenreiche, athmosphärische Mischung aus Folk, Mittelalter und Klassik.

Die elf Stücke der Neuaufnahme mit dem Titel „Dreams of 75“ gruppieren sich gespiegelt in Brückenform um das zentrale „Meadhan“ mit Chorgesang und archaischen Trommeln und „Come on and hold me“, ein Kerntext auf der Single von 1977. Jahn verwendet sogar rückwärts abgespielte englische Texte und – ganz nach Oldfields Vorbild – die Ansage einzelner Instrumente in „Lips And Ears“.

Jahn freut sich bereits über positive Plattenkritiken, die die Neuaufnahme als „interessante Erkundung im Oldfield-Kosmos... mit Ecken und Kanten“ werten. Der im Mai erschienenen CD folgt im Juli noch eine Vinylscheibe, wo aber das Remaster der 1977er Scheibe fehlt.

Über die damalige Zeit und ihre alten Lieder mit den „Dreams of 75“ plaudert Lothar Jahn mit seinem Freund und Musikerkollegen Peter Will morgen ab 19.30 Uhr im Bahnhof Fürstenwald.

Doppel-CD „Dreams of 75“, Lion Productions (USA), 15 Euro, Lothar Jahn, 05671/925355, lothar-jahn.de (Thomas Thiele)

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