Auswirkungen des Coronavirus auf den Alltag

Nachbarn in Hofgeismar helfen älteren Mitmenschen beim Einkauf

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Hilfe am Gartenzaun: Jaqueline und Moritz Arndt (nicht im Bild) haben ihren Nachbarn Handzettel in die Briefkästen gesteckt, auf denen sie Unterstützung beim Einkaufen, bei Apothekengängen und ähnlichem anbieten. Nachbar Volker Rittinghaus (rechts) freut sich darüber sehr. 

Hilfe in Zeiten von Corona: Als Volker Rittinghaus den Zettel im Briefkasten findet, da ist er erst einmal „völlig geflasht“, wie der 71- Jährige sagt. 

Auf dem Blatt Papier bieten seine Nachbarn in großen, roten Buchstaben ihre Hilfe in der Coronakrise an: für die Einkäufe, für den Weg zur Apotheke. Dazu sind Telefonnummern für den direkten Draht genannt. Man sollte einfach Bescheid sagen. „Das finde ich wirklich toll“, sagt Rittinghaus, der sich deswegen auch an die Redaktion der HNA in Hofgeismar gewandt hat.

Er und seine drei Jahre jüngere Frau Carmen wohnen in Hofgeismar. Wie vielen anderen bereitet ihnen die Situation wegen des Coronavirus Sorge. Auch deshalb, weil Volker Rittinghaus erst im vorigen Jahr für längere Zeit im Krankenhaus liegen musste. Mit den Folgen habe er noch zu kämpfen: „Ganz der Alte bin ich immer noch nicht“, berichtet er.

Einfach etwas tun

Umso erfreuter ist er jetzt über die Aktion seiner Nachbarn, die sich nicht nur an ihn und seine Frau, sondern auch noch an andere Ältere in der Nachbarschaft richtet. „Wir werden das Angebot auf jeden Fall annehmen“, sagt Rittinghaus. Und so werden wohl bald die Nachbarn für das ältere Ehepaar einige Besorgungen erledigen.

Für sie selbst sei das Ganze eigentlich in einer solchen Lage selbstverständlich, sagt Jaqueline Arndt (36), die mit ihrem Mann Moritz (33) gemeinsam den Nachbarn Hilfe anbietet. Man habe angesichts der Nachrichten über Corona überlegt, was denn jetzt wohl mit den älteren Nachbarn sei, und dann einfach beschlossen: „Da tun wir jetzt was.“

Froh über diese Nachbarn

Sie hätten auch Freunde, die das genauso bei deren Nachbarn anbieten würden, sagt Jaqueline Arndt. Das sei die gute Seite der Reaktionen, die jetzt im Umgang mit dem Virus zum Vorschein komme. Für Scherze, wie sie immer noch in manchen sozialen Medien darüber gemacht würden und Menschen, die das Problem einfach ignorieren würden, habe sie dagegen kein Verständnis, sagt die junge Frau.

Volker Rittinghaus jedenfalls ist froh, solche Nachbarn wie die Arndts zu haben. Und er fügt hinzu: Das sei doch womöglich auch ein Vorbild für andere zum Nachahmen. „Wenn das alle so machen würden, wäre das gut.“ Viele Menschen, so meint der Ruheständler, würden die ganze Situation wohl immer noch nicht ernst genug nehmen.

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