Fragen an den Geschäftsführer

Naturpark Reinhardswald: Was ist bisher passiert?

Arbeit vor Ort: An der Kühbacher Wiese nahe dem Hemelberg traf sich Naturpark-Geschäftsführer Dr. Erik Aschenbrand (rechts) am Montag mit Revierleiter Martin Menke, um den Verlauf eines neuen Wanderweges zu planen. Foto: Thiele

Hofgeismar. Seit fast fünf Monaten ist die Geschäftsführung des Naturparks Reinhardswald schon im Amt. Ein Wandertag im Urwald Sababurg war am Sonntag die erste Veranstaltung, mit der der Naturpark an die Öffentlichkeit ging. Wir verraten, was sonst noch geschah.

?Warum ist bislang im Reinhardswald noch nichts vom Naturpark zu sehen?

!Es sind zahlreiche Vorarbeiten zu leisten, um das eigentliche Ziel des Naturparks umzusetzen. Das braucht seine Zeit, wie der Geschäftsführer des Naturparks, Dr. Erik Aschenbrand, schildert. Sein Terminkalender ist jedenfalls seit Monaten voll.

?Was ist denn bisher passiert, was man noch nicht sieht?

!Es laufen zahlreiche Projekte gleichzeitig. Eines ist das Naturpartnerprogramm. Dazu wurden und werden Kooperationspartner gesucht, die entweder ehrenamtlich oder als Firma Angebote für und mit dem Naturpark machen. Das reicht von Vorträgen und Wanderungen bis zu Kanufahrten oder Reiten. Im Gespräch sind zunächst bis zu zwei Dutzend Partner, die mit dem Naturpark werben und ihn unterstützen. In einer weiteren Stufe könnten auch Beherbergungsbetriebe hinzukommen. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf ehrenamtlichen Helfern.

?Gibt es auch schon konkrete Projekte?

!Ein Punkt ist die gemeinsame Verwaltung der vielen Angebote, es gab schon zahlreiche Treffen, um festzustellen, was es alles gibt und was man daraus machen kann. Der Naturpark bietet auch Fortbildungen an. Ein Kernvorhaben sind die Wanderwege in Reinhardswald, Diemeltal und hessischem Bramwald. Es gibt dort über 150 Rundwanderwege zwischen 1,5 und 17 Kilometer Länge, dazu die Eco-Pfade sowie überregionale Fern- und Themenwege wie den Märchenlandweg oder den zertifizierten Weserberglandweg (XW). Sie wurden und werden alle erfasst.

?Was kann an den Wegen verbessert werden?

!Bisher wurden die Wege durch Kommunen, Vereine oder Privatpersonen gepflegt und markiert. Da an vielen Stellen der Nachwuchs fehlt, lässt der Zustand mancher Wege mittlerweile zu wünschen übrig, oft fehlen Markierungen. Es soll daher eine einheitliche Lösung her, damit Wanderer künftig wieder sicher den Weg finden können, auch ohne Vorbereitung und Wanderkarte. Dabei wird eng mit dem Forstamt Reinhardshagen zusammengearbeitet, das auch die Wanderparkplätze pflegt.

?Wie sollen die neuen Wege aussehen?

!Die Nordspitze Hessens verfügt über eine außergewöhnliche Natur, die den Gästen, aber auch den Einheimischen einfach und einprägsam zugänglich gemacht werden und letztlich auch für Mehrtagestourismus werben soll. Die alten Huteeichen und Alleen im Reinhardswald, die Kalkmagerrasen und Wacholderheiden im Diemeltal und die fantastischen Ausblicke sind laut Dr. Aschenbrand charakteristisch für den Reinhardswald. Sie sollen für jeden erlebbar sein, auch für Sonntagsspaziergänger. Es gilt deshalb, Wege zu gestalten, die auf möglichst kurzer Strecke viele dieser Waldbilder zusammenfassen. Der Reinhardswald hat dazu noch die Besonderheit, dass hier verschiedene Waldformen aus der Geschichte der Waldwirtschaft nebeneinander besichtigt werden können, so wie die Bauepochen in einer Stadt.

?Gibt es dafür schon ein Beispiel, wie das mal aussieht?

!Der erste Flyer (Faltblatt) des Naturparks ist gerade erschienen. Er beschreibt den neugestalteten Weg durch den Urwald Sababurg, das bekannteste Naturdenkmal der Region. Der lange vergriffene Vorgänger wurde modernisiert und mit einfacheren, kürzeren Texten und individualisierten Baumgrafiken versehen, die den Urwald und seine Baumriesen erlebbarer machen. Kontakt: 05671/999-127

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