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Naturparks unter Druck: Neuregelung des Landes verschlechtert finanzielle Lage

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Von: Thomas Thiele

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Im Entwurf des Haushalts 2023 des Hessischen Landtages wird unter anderem die Finanzierung der Naturparks neu geregelt. Für zwei im Landkreis bedeutet das finanzielle Nachteile, darunter auch der Naturpark Reinhardswald. Das Foto zeigt eine Kamineiche im Urwald Sababurg.(Archivfoto)
Im Entwurf des Haushalts 2023 des Hessischen Landtages wird unter anderem die Finanzierung der Naturparks neu geregelt. Für zwei im Landkreis bedeutet das finanzielle Nachteile, darunter auch der Naturpark Reinhardswald. Das Foto zeigt eine Kamineiche im Urwald Sababurg.(Archivfoto) © Boris Naumann

Das Land Hessen hat die Finanzierung der Naturparks neu geregelt. Darunter leiden vor allem nordhessische Parks, darunter unter anderem der Naturpark Reinhardswald.

Wiesbaden/Kreis Kassel – In dieser Woche haben die Beratungen des Hessischen Landtags über den Haushalt 2023 begonnen. Im Entwurf wird auch die Finanzierung der Naturparks neu geregelt. Doch statt Verbesserungen für alle gibt es bei drei Naturparks – zwei davon im Landkreis Kassel – zum Teil deutliche Verschlechterungen.

Weil Details in der gestrigen Parlamentsdebatte nicht thematisiert wurden, fordern die drei SPD-Landtagsabgeordneten Oliver Ulloth (Vellmar), Florian Schneider (Schauenburg) und Esther Kalveram (Kassel) in einer kleinen Anfrage von der Landesregierung Auskunft über die Gründe und das weitere Vorgehen.

Das Ziel der Besserstellung werde bei den Naturparks Habichtswald, Reinhardswald und Kellerwald-Edersee nicht eingehalten. Ursache ist eine Verteilung der Fördermittel auf Basis der Naturparkflächen, die um einen für alle Parks einheitlichen Sockelbetrag ergänzt wird. Dieser Sockelbetrag von 40 000 Euro sei zu niedrig bemessen, denn er decke nicht einmal die Kosten für die in jedem Naturpark erforderliche Geschäftsführerstelle ab.

Kleine Naturparks werden durch Neuregelung des Landes Hessen benachteiligt

Kleine Naturparks würden dadurch massiv benachteiligt, stellen Esther Kalveram und Florian Schneider klar. Eine deutliche Einschränkung der Angebote für die Bevölkerung und die Gäste sei zu befürchten, und „das werden wir nicht hinnehmen“, erklärt Kalveram.

Oliver Ulloth sieht darin eine weitere Benachteiligung Nordhessens durch die Regierung in Südhessen, nachdem die Sorgen wegen des geplanten Atommüll-Bereitstellungslagers in Würgassen weiterhin für Schwarz-Grün in Wiesbaden keine Rolle spielten und die Entwicklung der Sababurg als wichtige Tourismusmarke für Nordhessen verschleppt werde, wie er formuliert.

Bis zu 15 Prozent weniger Geld vom Land

In Hessen gibt es 13 Naturparks. Durch die Neuregelung bekommen zehn davon mehr Geld (im Schnitt 77 Prozent), während drei der nördlichsten alle weniger erhalten: Naturpark Kellerwald minus 1408 Euro (ein Prozent), Naturpark Habichtswald minus 16 243 Euro (13 Prozent) und Naturpark Reinhardswald minus 18 950 Euro (15 Prozent). Mehr bekommen in Nordhessen Diemelsee (121 Prozent), Frau Holle-Land (39 Prozent) und Knüll (172 Prozent, das sind 103 310 Euro).

Mit ihrer Anfrage wollen die drei Abgeordneten wissen, warum das erklärte Ziel nicht eingehalten wurde, keinen Naturpark schlechter zu stellen, ob es sich um eine bewusste Umverteilung zu Lasten Nordhessens handele, wie Schwarz-Grün für eine auskömmliche Finanzierung aller hessischen Naturparks sorgen will und warum die Erhöhung von 650 000 Euro nicht gleichmäßig auf die insgesamt 13 Naturparks verteilt wurde.

In ihrer Anfrage wollen die Abgeordneten auch Aufklärung darüber, wie die Leistungen der bei einigen Naturparks tägigen Forstbeamten berechnet werden und ob die Naturparks diese künftig bezahlen sollen. (Thomas Thiele)

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