Gebäude wird verkauft

Neuapostolische Kirchengemeinde muss schließen

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Soll verkauft werden: Der Kirchenbau am Unteren Rennebaum wurde im September 1986 eingeweiht. Vorher traf sich die Gemeinde jahrzehntelang in einem Gebäude am Unteren Graben. 

Hofgeismar. Die Entscheidung fiel den gut 100 Mitgliedern der Neuapostolischen Gemeinde in Hofgeismar sehr schwer, doch sie war unvermeidbar: Die Kirche in Hofgeismar wird verkauft.

Weil die Gemeinde immer kleiner wird, hat sich die Neuapostolische Kirche (NAK) entschlossen, die Gemeinde zu schließen und das Kirchengebäude aufzugeben.

Es war ein langer Prozess bis zu dieser schweren Entscheidung, die die Hofgeismarer Gemeinde mit ihrem derzeitigen Gemeindevorsteher, dem Evangelisten Hans-Georg Hanik, vor etwa zwei Monaten absegnen musste. Grund ist die veränderte Bevölkerungsstruktur. Die Gemeinde in Hofgeismar hatte Anfang 2014 nur noch 103 Mitglieder.

Mit oft arbeitsbedingtem Wegzug jüngerer Gemeindemitglieder und zunehmend älteren Gläubigen, die den Gottesdienstort gesundheitlich nicht mehr aufsuchen können, war eine Neustrukturierung der Gemeinden unerlässlich geworden, erklärt der Öffentlichkeitsbauftragte des Bezirks Kassel-Korbach, Peter Anding, am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung.

Letzter Gottesdienst 

Peter Anding

So wird das Kirchengebäude am Unteren Rennebaum in Hofgeismar am Sonntag, 15. März, ab 9.30 Uhr in einem besonderen Gottesdienst entweiht und anschließend geschlossen. Die Kirchenmitglieder werden sich in freier Wahl auf die im näheren Umkreis bestehenden Gemeinden Warburg, Bad Karlshafen, Oberweser und Calden verteilen. Die Gemeinde in Oberweser hatte sich erst vor einigen Monaten neu formiert, als die Kirche in Bodenfelde aufgegeben und verkauft wurde und sich beide Gemeinden mit erweitertem Kirchenbau in Gieselwerder zusammenschlossen. Auch das Kirchengebäude in Hofgeismar, das vor 29 Jahren allein mit Eigenmitteln der Neuapostolischen Kirche gebaut wurde, steht demnächst zum Verkauf an. Einen Interessenten gibt es aber noch nicht.

Hans-Georg Hanik

Es sind nicht nur das hohe Alter und die geringere Mobilität der Mitglieder, die die NAK zu dem harten Schnitt bewog, sondern auch der hohe Anspruch an die eigene seelsorgerische Arbeit. „Mittelalter und Jugend lehnen christliches Gedankengut nicht unbedingt ab, lassen es aber oft an Bindung zur Gemeinde und der damit verbundenen Gemeinschaft fehlen. Die Förderung Christlichen Glaubensgutes wird dadurch nicht wirklich gefestigt und gefördert“, sagt Peter Anding. Um die individuelle Seelsorge jedes Einzelnen auf hohem Niveau zu gewährleisten, müsse man Gemeinden auch aus personellen Gründen zusammenlegen. Um diese seelsorgerischen Versorgungsmomente auch in Zukunft gewährleisten zu können habe die Kirchenleitung beschlossen, den Standort Hofgeismar mit ihrer großen Mittelpunktkirche aufzugeben.

Anding: „Wir möchten bei dieser Gelegenheit auch der freundlichen Nachbarschaft herzlich für ihre Nachsicht danken, wenn das Parkverhalten zu besonderen Gottesdiensten einmal zu vielleicht berechtigter Kritik geführt hat.“

Die Hofgeismarer Bürger seien in allen neuapostolischen Kirchen auch in Zukunft jederzeit willkommen. (tty)

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